Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on soll stär­ker wis­sen­schaft­lich un­ter­stützt wer­den

14. April 2015 | Themenbereich: Prävention | Drucken

Kriminalprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von der Politik und der Polizei erfüllt werden kann. Es kommt maßgeblich auf alle staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, die Wirtschaft und die Medien an. Nicht zuletzt die Bevölkerung selbst kann durch verantwortungsvolles Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Kriminalität leisten.

Einen weiteren wichtigen Baustein in diesem Bereich wird künftig das Nationale Zentrum für Kriminalprävention (NZK) bilden, das nach seiner Gründung einen Beitrag für eine an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte Kriminalprävention leisten soll. Im NZK sollen vor allem Evaluationen gefördert und ausgewertet sowie Kriterien entwickelt werden, wie wirksame Präventionsansätze schneller in die Praxis übertragen werden können. Die Gründungsidee geht dabei auf einen Vorschlag aus dem Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin in der 17. Legislaturperiode zurück, der in der Arbeitsgruppe „Kriminalität und Sicherheit“ erarbeitet wurde.

Am heutigen Tag fand im BMI das erste Treffen von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière mit den künftigen Mitgliedern der Steuerungsgruppe zur Entwicklung eines NZK statt. Bundesminister de Maizière betonte in diesem Zusammenhang, dass das Wissen über Prävention weiter systematisch und themenbezogen aufgearbeitet werden müsse, um erfolgreiche Maßnahmen zur Prävention effektiver und flächendeckend implementieren zu können.

Der Steuerungsgruppe gehören seitens der Wissenschaft Prof. Dr. Dr. hc. Friedrich Lösel, Prof. Dr. Britta Bannenberg, Prof. Dr. Bernd-Dieter Meier und Prof. Dr. Herbert Scheithauer an. Darüber hinaus werden je ein Vertreter der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention, der Kriminologischen Zentralstelle, der Geschäftsstelle des Programms Polizeiliche Kriminalprävention sowie des Bundesinnenministeriums und des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz Mitglieder der Steuerungsgruppe sein.

De Maizière betonte, dass es weitere wichtige Partner auf dem Weg hin zur Entwicklung eines Nationalen Zentrums für Kriminalprävention gebe. Interdisziplinarität und eine gesamtgesellschaftliche Ausrichtung seien für dessen Erfolg unverzichtbar. Um weiteren Sachverstand miteinzubeziehen, sei deshalb geplant, einen Beirat einzurichten.

Das BMI stellt jährlich 500.000 € für die Entwicklung des NZK zur Verfügung.