GdP-Bundesvorsitzender informiert sich über G7-Einsatzvorbereitungen

13. April 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Gewalttätige Aktionen gegen die Polizei sind laut dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, während des Außenministertreffens der G7-Staaten in Lübeck am Dienstag und Mittwoch nicht auszuschließen. Würde man das tun, so wäre man naiv, sagte Malchow der Nachrichtenagentur dpa. Der GdP-Bundesvorsitzende wird auch am Montag vor Ort sein, um mit Vertretern der Einsatzleitung und bereits angereisten Einsatzkräften zu sprechen. Er hatte sich in der schleswig-holsteinischen Hafenstadt über die Unterbringung der Einsatzkräfte informiert.
Rund 3.500 Beamtinnen und Beamten werden den Politgipfel schützen. Nach den massiven Ausschreitungen in Frankfurt am Main Mitte März sei die Polizei auf Störer und Krawalle eingerichtet. Die überwiegende Zahl der G7-Gegner wird aber nach Einschätzung des Polizeigewerkschafters wie in der Main-Metropole friedlich demonstrieren.

Vor dem Hintergrund mehrerer personalintensiver Großeinsätze kritisierte Malchow erneut die anhaltenden Personalkürzungen bei der Polizei. „Die Belastung der Polizei wird viel zu wenig gesehen — im Gegenteil, es wird überall noch Personal abgebaut, das passt nicht zusammen“, sagte er dpa. Malchow forderte die politischen Verantwortlichen auf, sich darüber Gedanken zu machen, dass während solcher Großlagen die Polizei auch noch das sogenannte Alltagsgeschäft wie Wohnungseinbrüche oder Körperverletzungsdelikte zu bearbeiten habe.

Seine Kolleginnen und Kollegen, so Malchow, müssten bei solchen Großeinsätzen hohe Belastungen aushalten. „Das zerrt an den Nerven“, sagte er der Nachrichtenagentur. Die Beamten erlebten „Provokationen intensivster Art“. Es sei durchaus zu hinterfragen, ob solch hoher Aufwand tatsächlich notwendig sei. Man werde aber sicherlich nicht zu dem Ergebnis kommen, dass Treffen hochrangiger internationaler Politiker künftig nicht mehr in Deutschland stattfinden würden.