„Blitzmarathon hat nichts mit Abzocke zu tun“

13. April 2015 | Themenbereich: Niedersachsen, Verkehr | Drucken

Niedersachsen beteiligt sich erneut am bundesweiten Blitzmarathon. „Viel zu hohes Tempo ist nach wie vor Killer Nummer Eins auf unseren Straßen. Und das müssen wir den Menschen immer wieder vor Augen führen“, erklärt Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Der Blitzmarathon beginnt am kommenden Donnerstag, 16. April, um 6 Uhr. Wegen der zentralen Gedenkfeier in Köln für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen geht die Aktion nicht wie zuletzt über 24 Stunden, sondern endet am Donnerstag bereits um Mitternacht. Auf diese verkürzte Aktionszeit haben sich die Länder geeinigt. Erstmalig beteiligen sich daran über Deutschlands Grenzen hinaus auch 21 europäische Staaten.

In Niedersachsen werden Polizei und Kommunen gemeinsam die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge auf den Straßen überprüfen. „Dabei geht es nicht um Abzocke der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, wie den Behörden immer wieder vorgeworfen wird“, betont Minister Pistorius, „sondern darum, dass wir langfristig weniger Unfälle durch zu hohes Tempo zählen.“ Nach vorläufigen Ergebnissen sind im ersten Quartal des Jahres mehr Menschen tödlich im Straßenverkehr verunglückt als im Vorjahreszeitraum. 2014 hat die Polizei bis Ende März 92 Todesopfer gezählt – in diesem Jahr waren es bereits 106 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit waren dabei nach wie vor die häufigste Unfallursache.

Beim kommenden Blitzmarathon werden landesweit rund 750 Polizeibeamtinnen und -beamte an 492 Messstellen eingesetzt. Da im vergangenen Jahr erneut rund zwei Drittel aller Verkehrsunfälle mit Todesopfern auf den Landstraßen passierten, wird dort der Schwerpunkt der Blitzaktion liegen. Die genauen Orte, an denen es blitzen kann, werden im Internet unter www.mi.niedersachsen.de vorher bekannt gegeben und auf den Webseiten der niedersächsischen Polizeidirektionen. Minister Pistorius: „Wir zeigen offen und mit breiter Transparenz, dass es uns einzig und allein um die Verkehrssicherheit geht.“

Während des „1. bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathons“ im Oktober 2013 überprüften rund 750 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte an 459 Messorten die Geschwindigkeit auf Niedersachsens Straßen. Dabei passierten rund 112.000 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer die Messorte, die Beanstandungsquote lag bei 3,18 Prozent. Beim „2. Bundesweiten Blitzmarathon“ im September waren rund 592 niedersächsische Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz und haben dabei an 384 Kontrollorten mehr als 123.000 Fahrzeuge kontrolliert. Die Beanstandungsquote lag hier bei 3,49 Prozent. Bei vergleichbaren, unangekündigten Geschwindigkeitskontrollaktionen liegt diese bei etwa elf Prozent.

Der Blitzmarathon und die regulären Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen der Polizei und der Kommunen sind ein zentraler Bestandteil der Verkehrssicherheitsstrategie des Landes. So besteht mit der Verkehrssicherheitsinitiative (VSI) 2020 das Ziel, die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten und schwerverletzten Personen bis zum Jahr 2020 (ausgehend von den Werten 2010) um ein Drittel zu senken.

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