Niedersächsisches Justizministerium empfängt Ausstiegshelfer aus 11 Bundesländern

18. März 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Niedersachsen, Rechtsextremismus | Drucken

Wie wird man vom Neonazi zu einem normalen Bürger mit einem Job, Freunden und Hobbys? Das ist für ausstiegswillige Rechtsextreme nicht leicht. Die Szene lässt ihre Mitglieder nicht so einfach ziehen. Damit es dennoch klappt, gibt es Aussteigerprogramme. Die Experten helfen dabei eine plausible Ausstiegslegende zu finden, die auffälligen Tätowierungen loszuwerden und im Zweifel auch beim Abtauchen in ein völlig neues Leben.

Für ihre Arbeit sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf angewiesen, dass ihre Arbeit nicht bekannt wird und ihre Identität gewahrt bleibt.

Heute trafen sich in Hannover Fachleute für die Ausstiegsbegleitung von Rechtsextremen aus elf Bundesländern zum Erfahrungsaustausch im Niedersächsischen Justizministerium. Erstmals saßen dabei Fachleute von staatlichen und privaten Aussteigerprogrammen an einem Tisch. Ziel der Arbeitstagung war, voneinander zu lernen und Kooperationen zu schließen.

Antje Niewisch-Lennartz, Niedersächsische Justizministerin: „Eine erfolgreiche Arbeit in diesem unter jedem Gesichtspunkt heiklen Umfeld kann nicht von einzelnen Akteuren geleistet werden. Dazu braucht es das Zusammenspiel der unterschiedlichen Experten aller Institutionen – den staatlichen und den privaten. Wir profitieren alle, wenn wir zusammen arbeiten.“

Die Ministerin lobte die erfolgreiche Arbeit der Ausstiegshelferinnen und Ausstiegshelfer. „Sie geben mit Ihrer Arbeit Menschen eine zweite Chance und leisten damit einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung rechtsextremer Kriminalität. Ihre Arbeit ist ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft. Dafür möchte ich Ihnen herzlich danken.“

Hintergrund:

Die niedersächsische AussteigerhilfeRechts bietet Begleitung für ausstiegswillige Neonazis an. Das Programm ist ein Baustein im Konzept des Landespräventionsrates Niedersachsen. Qualifizierte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen betreuen, beraten und unterstützen jeden Neonazi, der wünscht, sich von der rechtsextrem orientierten Szene zu distanzieren.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AussteigerhilfeRechts haben seit Beginn des Programms im Jahr 2001 mehr als die Hälfte aller aufgenommenen Betreuungen positiv abgeschlossen.

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