„Fifty-Fifty Taxi“: Innenminister und Aktionspartner unterzeichnen Kooperationsvertrag

18. März 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen-Anhalt | Drucken

Sachsen-Anhalts Minister für Inneres und Sport, Holger Stahlknecht, der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Dr. Michael Ermrich, und Ralf Dralle, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt, haben heute in Magdeburg die Fortführung der Verkehrssicherheitsaktion „Fifty-Fifty-Taxi“ vereinbart.

In der Aula der Schule des Zweiten Bildungsweges unterzeichneten die Vertragspartner zusammen mit Mike Bröhl, Geschäftsführer von Radio Brocken und zugleich Medienpartner der Aktion, sowie Vertreter der Taxigenossenschaften die Kooperationsvereinbarung für das Jahr 2015.

Damit wird ermöglicht, dass auch in diesem Jahr junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren sogenannte Taxitickets für 1,25 Euro pro Stück erwerben können, die beim Bezahlen eines Taxis den doppelten Gegenwert besitzen.

Innenminister Holger Stahlknecht: „Sich am Wochenende mit Freunden treffen, feiern, tanzen, ausgelassen sein und wer fährt ist auch geklärt – die Idee von Fifty-Fifty-Taxi ist einfach wie genial. Ich freue ich mich, dass wir die Aktion dank der Unterstützung unserer Partner auch in diesem Jahr fortsetzen können.“

„Wir haben im vergangenen Jahr 36.000 Tickets verkauft. Das sind fast 3.000 Tickets mehr als im Vorjahr. Das ist ein toller Erfolg. Deshalb werden wir unser Engagement 2015 auch noch weiter erhöhen.“ betonte der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich. „Ich möchte insbesondere auch den Taxi-Unternehmen danken, die unsere Aktion unterstützen. Ich bin selbst Vater von 4 Kindern. Es ist gut zu wissen, dass die Kinder sicher nach Hause kommen“, so Ermrich weiter.

„Die Sicherheit und Gesundheit der jungen Leute liegt uns sehr am Herzen. Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel. Darum will die AOK als Partner dieser Aktion junge Menschen dafür sensibilisieren, nach dem Feiern besser ein Taxi zu nutzen, statt selbst zu fahren“, so Ralf Dralle, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt.“

Auch Radio Brocken Vertreter Matti Pirnack begrüßt die Aktion. „Alles was unsere Straßen im Land sicherer macht, bekommt unsere vollste Unterstützung. Das fifty-fifty-Taxi ist ein Erfolgsprojekt made in Sachsen-Anhalt und trägt dazu bei, die Disco-Unfälle weiter zu reduzieren.“

Die Zahl von etwa knapp 600.000 verkauften Tickets seit Aktionsbeginn im Jahr 2000 macht deutlich, dass diese Initiative sehr gut angenommen wird. Auf Grund der Attraktivität des Angebotes wird es nicht nur von jungen Leuten wahrgenommen, zunehmend erwerben auch Eltern und Großeltern die Tickets, um sie ihren Kindern und Enkelkindern zu schenken. Bundesweit gibt es eine Reihe ähnlicher Projekte, die sich allerdings mit Ausnahme der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vorrangig auf lokaler Ebene bewegen.

Wie funktioniert fifty-fifty-Taxi?

Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren erhalten im Rahmen dieser Verkehrssicherheitsaktion die Möglichkeit, so genannte Taxitickets zum Preis von 1,25 Euro zu erwerben. Das Ticket hat einen Wert von 2,50 Euro und kann bei Heimfahrten von der Diskothek oder einer Feier bei allen teilnehmenden Taxiunternehmen eingesetzt werden. Den Differenzbetrag von 1,25 Euro stellen die Sponsoren zur Verfügung. Die Taxitickets können jeweils am Freitag und Samstag ab 20.00 Uhr bis 06.00 Uhr des Folgetages sowie vor und an den gesetzlichen Feiertagen genutzt werden. Kaufmöglichkeiten bestehen in den Filialen der Sparkassen in Sachsen-Anhalt, in den Kundencentern und Agenturen der ÖSA – Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt – sowie in den Beratungsstellen der LBS Ost.

Weitere Informationen sind unter www.fifty-fifty-taxi.de abrufbar.

Weitere Informationen zur Verkehrsunfallbilanz

Im Jahr 2014 kam es gegenüber dem Jahr 2013 zu einem Gesamtanstieg der Anzahl der Verunglückten. Dieser Anstieg war auch in der Altersgruppe der 15 bis unter 18-Jährigen feststellbar. Dort wurden 551 Verunglückte, was einer Zunahme um 71 Personen entspricht, registriert.

Dieser Entwicklung nicht folgend, kam es in der Altersgruppe 18 bis unter 25-Jährigen mit insgesamt 1.464 Verunglückten erneut zu einem signifikanten Rückgang um 120 Personen (minus 7,6 Prozent).

Trotz aller Anstrengungen und dieses Rückganges betrug der Anteil der 18 bis unter 25-Jährigen bei den Getöteten bzw. Schwerverletzten im vergangenen Jahr immer noch 13,0 Prozent bzw. 12,1 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von 5,9 Prozent.

Allein in den sogenannten „Disko-Nächten“ des vergangenen Jahres verunglückten landesweit trotz eines erneuten Rückgangs um 14 Verunglückte (2013: 207) im vergangenen Jahr wiederum 193 junge Leute dieser Altersgruppen.

Vereinzelte tragische Verkehrsunfälle führen in der Öffentlichkeit immer wieder zu Diskussionen und verdeutlichen, dass auf unseren Straßen für diese Zielgruppe unbestritten das nach wie vor höchste Unfallrisiko besteht. Anderseits lassen diese wenigen Unfälle mit Blick auf vergangene Jahre unschwer erahnen, wie hoch die Verunglücktenrate gerade dieser Altersgruppe ohne die vielen Anstrengungen, Projekte und Aktionen wäre.