Afghanistan-Spange für vier Polizeibeamte

13. März 2015 | Themenbereich: Schleswig-Holstein | Drucken

Innenminister Stefan Studt hat vier schleswig-holsteinische Polizeibeamte für ihre Teilnahme an Polizei-Auslandsmissionen der EU und der UN mit der Afghanistan-Spange der Bundesrepublik Deutschland geehrt. „Schleswig-Holstein leistet mit der Entsendung von Polizeibeamten in die Missionsgebiete einen wichtigen Teil zu mehr Sicherheit“, sagte Studt auf einem Empfang für Polizeibeamte im Auslandseinsatz am Donnerstag (12. März) in Kiel. Die Beamten seien genau dort im Einsatz, wo Menschen sie brauchten, um wieder in Frieden zu leben. Sie trügen dazu bei, dass Menschenrechte gewahrt und demokratische Verhältnisse hergestellt werden könnten. Studt bezeichnete die Arbeit der deutschen Polizisten als sehr erfolgreich. Die Beamtinnen und Beamten überzeugten durch großes Engagement und professionelles Handeln, sie hätten international ein hohes Ansehen. „Die Auslandsmissionen unserer Polizei liegen ausdrücklich im nationalen Interesse“, sagte der Minister.

Die Landespolizei Schleswig-Holstein beteiligt sich seit 1994 an friedenssichernden Polizei-Auslandsmissionen im Rahmen des weltweiten zivilen Krisenmanagements der Europäischen Union und der Vereinten Nationen. Polizeibeamte der schleswig-holsteinischen Landespolizei haben bislang in 148 Auslandseinsätzen insgesamt 1.328 Einsatzmonate abgeleistet. Gegenwärtig ist ein schleswig-holsteinischer Polizeibeamter in der westafrikanischen Republik Mali eingesetzt. Vorbereitungen für weitere Missionsteilnahmen in Afrika (Djibouti und Sudan) laufen. Drei Polizeibeamte sind kürzlich aus dem Kosovo und Liberia zurückgekehrt. Aber auch an Missionen in Afghanistan, Georgien, Palästina, in Bosnien-Herzegowina und Albanien nahmen in der Vergangenheit Polizeibeamte aus Schleswig-Holstein teil.

In den zurückliegenden Jahren bildeten zahlreiche Missionen in Afghanistan den Schwerpunkt polizeilicher Auslandseinsätze. Dabei wurden unter anderem in Kabul und in Mazar-e Sharif Polizeitrainingszentren errichtet. In diesen Zentren wurden afghanische Polizisten mit der Unterstützung des German Police Project Teams (GPPT) aus- und fortgebildet. Mitte des vergangenen Jahres wurde die Verantwortung für die Trainingszentren an die afghanische Polizei übertragen. Mit der Übergabe des Polizeitrainingszentrums in Mazar-e Sharif an die afghanischen Behörden ist die Ausbildung der afghanischen Polizei durch deutsche Polizisten abgeschlossen. Die Mitarbeiter des bilateralen deutschen Projektes stehen der afghanischen Polizei aber weiterhin beratend zur Seite.

Polizeibeamte können sich für eine Auslandsmission in einer landesweiten Ausschreibung bewerben. Sie durchlaufen ein zweiwöchiges Basistraining in der Bundespolizeiakademie in Lübeck und ein Vorbereitungsseminar, das je nach Mission zwischen einer und vier Wochen dauert. Besonderer Wert wird auf ausgeprägte englische Sprach- und Schreibkenntnisse, gute körperliche Konstitution sowie Stressstabilität und soziale Kompetenz gelegt. Aktuell gehören 36 Polizisten, darunter eine Frau, zum Pool der so genannten Auslandsverwender.

Die Afghanistan-Spange der Bundesrepublik Deutschland gibt es jeweils in Gold, Silber und Bronze. Gold gibt es für einen Auslandseinsatz von 15 Monaten und mehr. Silber wird für sieben bis 14 Monate und Bronze für drei bis sechs Monate Auslandseinsatz verliehen. Bei dem Empfang für die „Auslandsverwender“ an diesem Donnerstag wurden drei Polizeibeamte mit der Afghanistan-Spange in Gold und ein Beamter mit der Afghanistan-Spange in Silber geehrt.
Die Afghanistan-Spange in Gold

Martin Rang (50), Polizeihauptmeister, Polizeidirektion Bad Segeberg, Polizeistation Schenefeld, sechs Auslandseinsätze (insgesamt 67 Monate):
04/1996 bis 02/1997, zwölf Monate in Bosnien-Herzegowina
10/1998 bis 07/1999, neun Monate in Bosnien-Herzegowina
07/2001 bis 05/2002, elf Monate im Kosovo
06/2005 bis 06/2006, zwölf Monate im Kosovo
03/2010 bis 04/2011;13 Monate in Afghanistan (GPPT)
07/2012 bis 05/2013, zehn Monate in Afghanistan (GPPT)

Andreas Ladwig (54, Polizeioberkommissar, Polizeidirektion Neumünster, Kriminalinspektion Neumünster, vier Auslandseinsätze (insgesamt 48,5 Monate):
03/2003 bis 03/2004, zwölf Monate im Kosovo
04/2007 bis 04/2008, zwölfeinhalb Monate in Afghanistan (GPPT)
02/2010 bis 02/2011, zwölf Monate in Afghanistan (EUPOL)
10/2012 bis 10/2013, zwölf Monate in Afghanistan (GPPT)

Carsten Fensch (39), Polizeioberkommissar, Polizeidirektion Kiel, 4. Polizeirevier Kiel, zwei Auslandseinsätze (insgesamt 16 Monate):
06/2010 bis 10/2010, vier Monate in Afghanistan (GPPT)
03/2011 bis 3/2012, zwölf Monate in Afghanistan (GPPT)
Afghanistan-Spange in Silber

Wolfram Witte (36), Polizeioberkommissar, Polizeidirektion Bad Segeberg, Polizeirevier Bad Segeberg, zwei Auslandseinsätze (insgesamt 8 Monate):
11/2011 bis 03/2012, vier Monate in Afghanistan (GPPT)
12/2012 bis 04/2013, vier Monate in Afghanistan (GPPT)

Aus dem Pool der so genannten Auslandsverwender wurden verabschiedet:
Martin Rang (50), weitere Daten siehe oben.

Sandra Reese (39 Jahre), Polizeihauptmeisterin, Polizeidirektion Ratzeburg, Polizeizentralstation Ahrensburg, ein Auslandseinsatz (insgesamt 12 Monate):
06/2004 bis 06/2005, zwölf Monate im Kosovo (UNMIK).