Innenminister stellt neues Kamerasystem für Polizeihubschrauber in den Dienst

2. März 2015 | Themenbereich: Ausrüstung, Mecklenburg-Vorp., Polizei | Drucken

In höchstens 40 Minuten sind sie an jedem beliebigen Einsatzort im Land. „Hubschrauber sind für die Polizeiarbeit unverzichtbar“, erklärte Innenminister Lorenz Caffier heute in Rostock/Laage. Dort erhielt das Landeswasserschutzpolizeiamt von Innenminister Caffier ein neues Electro Optical Systems (Kamerasystem) für die Hubschrauberstaffel der Landespolizei.

„Eine der bedeutendsten Aufgaben der Polizei ist Helfen und Retten“, sagt Innenminister Lorenz Caffier. „Besonders wichtig ist deshalb der Einsatz des Polizeihubschraubers bei der Vermisstensuche, bei Katastropheneinsätzen und der Bewältigung besonderer Verkehrs- und Einsatzlagen. Darüber hinaus erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger vom demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich eine wirksame Verfolgung und Ahndung von Straftätern. Das erwarten und fordern ja auch oftmals diejenigen, die die Einsatzmittel der Landespolizei regelmäßig infrage stellen“, ergänzt Minister Caffier. „Als Innenminister ist es meine Aufgabe der Landespolizei ein breites Spektrum von Führungs- und Einsatzmitteln zur Verfügung zu stellen, damit sie alle polizeilichen Aufgaben professionell und auf dem technischen Stand des 21.Jahrhunderts erfüllen kann.“

Beim Electro Optical Systems (EOS) handelt es sich um ein aus insgesamt vier Kameras bestehendes System mit dem Namen „STAR SAFIRE 380 HD“ von der Firma FLIR-System (FLIR = Foward Looking Infrared). Zum System gehören eine HD-Tageslichtkamera, HD-Restlichtkamera sowie zwei HD-Wärmebildkameras, die in einer Drehturmeinheit installiert sind. Weiterhin gibt es zwei Laser zur Geo-Referenzierung , also Positionsbestimmung für den Polizeihubschrauber und des Ziels.

Zum Gesamtsystem gehört auch der Arbeitsplatz des Operators. Dieser ist mit einem Missionscomputer zur Darstellung von geographischen und missionsspezifischen Daten, wie z.B. Straßennamen oder Hausnummern ausgestattet. Dazu gehören darüber hinaus zwei Monitoren, einen Sender zur Bildübertragung, ein Video-Management-Unit (Bedienteil) und ein Recorder.

Der in Leichtbauweise aus Karbon konstruierte Arbeitsplatz kann zügig und ohne großen Aufwand werkzeugfrei zwischen beiden Polizeihubschraubern getauscht werden. Das System wurde insgesamt so erstellt, dass beide Polizeihubschrauber mit dem EOS ausgerüstet werden können. Wichtig war auch, dass alle verbauten Teile nach europäischem Luftfahrtrecht zertifiziert sind.

In den letzten Jahren wurde ein zunehmender Verschleiß des im Jahr 2003 eingebauten Kamerasystems festgestellt. Die Reparatur wurden häufiger und komplizierter. Die Ersatzteile musste letztlich schon weltweit beschafft werden, so dass die Ersatzbeschaffung eines neuen Kamerasystems notwendig wurde. Das Land M-V stellte für die Ersatzbeschaffung eine Summe von 2.365.000,00 € zur Verfügung.

„Tatsächlich ist die Technik sehr beeindruckend. All die genannten Funktionen erhöhen die Effektivität der Hubschrauber schlagartig. Das wird sich in allen Einsätzen, besonders aber bei der Vermisstensuche bemerkbar machen. Dagegen ist die Datenbrille von Google nur ein nettes Spielzeug“, so Innenminister Caffier.

Die Polizeihubschrauberstaffel als spezielle Einheit der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern mit gegenwärtigem Standort am Flughafen Rostock-Laage ist dem Landeswasserschutzpolizeiamt seit 1999 unterstellt.
Polizeilich zuständig sind die insgesamt 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hubschrauberstaffel im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und ihm vorgelagerten deutschen Küstenmeer bis zur Hoheitsgrenze der Bundesrepublik Deutschland. Beide Polizeihubschrauber können unter Sicht- und Instrumentenflugbedingungen am Tag und in der Nacht eingesetzt werden.