Bayerns ranghöchste Polizistin geht in den Ruhestand

2. März 2015 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Nach mehr als 40 Dienstjahren geht Bayerns ranghöchste Polizistin in den Ruhestand. Die unterfränkische Polizeipräsidentin Liliane Matthes erhielt heute im Fürstensaal der Würzburger Residenz von Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck ihre Ruhestandsurkunde. Gleichzeitig überreichte Eck Gerhard Kallert die Ernennungsurkunde zum neuen unterfränkischen Polizeipräsidenten. „Polizeipräsidentin Matthes hat das Polizeipräsidium Unterfranken vorbildlich geführt und große Anerkennung erworben“, betonte Eck beim Festakt. Es käme nicht von ungefähr, dass Unterfranken mit der sehr niedrigen Kriminalitätsbelastung von 4.200 Straftaten pro 100.000 Einwohner und einer Aufklärungsquote von mehr als 68 Prozent der sicherste Regierungsbezirk in ganz Bayern sei. „Besonderes Engagement, hohes Fachwissen und ein gutes Händchen bei der Mitarbeiterführung“, so charakterisierte der Innenstaatssekretär die scheidende Polizeipräsidentin. „Liliane Matthes ist das Aushängeschild für unsere rund 5.000 Kolleginnen im Bayerischen Polizeivollzugsdienst.“

Matthes begann ihre Karriere 1974 als Kommissarsanwärterin bei der Nürnberger Kriminalpolizei. Seit 2009 stand Matthes an der Spitze des Polizeipräsidiums Unterfranken. In ihre Amtszeit fiel beispielsweise die erfolgreiche Fahndung der unterfränkischen Polizei und des Bundeskriminalamts nach dem gemeingefährlichen Autobahnschützen, der durch Schüsse auf Autotransporter in ganz Deutschland für Angst und Schrecken gesorgt hatte. Außerdem war es laut Eck der hervorragenden Arbeit der unterfränkischen Polizei zu verdanken, dass 2011 einer der größten Fälle von Anlagebetrug in Deutschland mit einer Schadenssumme von mehr als 300 Millionen Euro mit einem Urteil zu mehr als zehn Jahren Haft gegen den Betrüger Kiener endete. Einen besonderen Schwerpunkt setzte Matthes bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs. Hierfür wurde eine Sonderermittlereinheit gegründet. „Dank einer Vielzahl von Festnahmen ist es den Fahndern gelungen, die Einbruchskriminalität in Unterfranken etwas zu entschärfen“, erläuterte Eck.

Ein sehr gutes Zeugnis stellte Eck auch Kallert aus, der seit 1976 bei der Bayerischen Polizei hervorragende Arbeit leistet. „Gerhard Kallert ist ein ausgewiesener Kenner der Bayerischen Polizei“, so Eck mit Blick auf die verschiedenen Leitungsfunktionen Kallerts beispielsweise als Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Fürth-West, im Führungsstab des Polizeipräsidiums Mittelfranken sowie als Leiter der Polizeiinspektion Erlangen-Stadt und zuletzt Polizeivizepräsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei. „Gerhard Kallert ist dank seines umfassenden Fachwissens und seiner besonderen Führungsqualitäten hervorragend als neuer Polizeipräsident Unterfrankens geeignet.“

Die Lebensläufe von Matthes und Kallert sowie Fotos können Sie dem Anhang entnehmen.

Das Polizeipräsidium Unterfranken ist mit rund 3.000 Mitarbeitern für die Sicherheit von knapp 1,34 Millionen Bürgerinnen und Bürger auf einer Fläche von 8.531 Quadratkilometern zuständig.