Hotline hilft bei Kampf gegen Zwangsprostitution

27. Februar 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Rheinland-Pfalz | Drucken

Innenminister Roger Lewentz hat das Landeskriminalamt (LKA) mit der Einrichtung einer anonymen Hotline gegen Zwangsprostitution beauftragt. „Die Perspektivlosigkeit vieler Frauen aus armen Ländern macht es Menschenhändlern leicht, sie mit falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken und sie zur Prostitution zu zwingen. Das Landeskriminalamt will diesen Betroffenen helfen aber auch Hinweise für die Ermittlungen gegen Menschenhändler sammeln“, sagte Lewentz am Freitag in Mainz. Darum werde die Hotline ab Sonntag, 1. März, freigeschaltet.

Der Präsident des Landeskriminalamtes, Johannes Kunz, betonte, dass die Zahl der Prostituierten in Rheinland-Pfalz nur geschätzt werden könne. Demnach würden etwa 20.000 überwiegend weibliche Personen der Prostitution nachgehen. „Um die hochkriminellen Händler und Zuhälter zu bekämpfen, ist die Polizei auf Mithilfe angewiesen“, sagte Kunz. Daher sei es wichtig, möglichst viele Informationen auch anonym zu sammeln und auszuwerten. Denn: „Den Frauen fehlt oft der Mut, offiziell bei der Polizei gegen die Täter auszusagen. Dadurch gestaltet sich die Strafverfolgung bei Menschenhandel sehr schwierig.“

Minister Lewentz unterstrich: „Viele Frauen werden bei der Anwerbung in ihren Heimatländern darüber getäuscht, dass sie in Deutschland als Prostituierte arbeiten sollen. Sie müssen oft mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an die Zuhälter abgeben und werden häufig massiv bedroht und unter Druck gesetzt. Dagegen wollen wir entschieden vorgehen.“ Das LKA nimmt Hinweise unter die Hotline 0800/72 42 318 entgegen.