Erste landesweite Fachtagung „Islamismus und Salafismus“

26. Februar 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

„Ich freue mich über die große Resonanz auf unsere erste landesweite Fachtagung zum Thema Extremismus, Islamismus und Salafismus“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst heute (26. Februar) den mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachtagung in Kiel. Das Ministerium für Schule und Berufsbildung wolle Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Schulen sowie Schulaufsichten Erkenntnisse von Expertinnen und Experten sowie Grundlagenwissen zum Thema vermitteln und den Austausch zwischen allen Beteiligten fördern. „Wissen schafft Sicherheit und Orientierung, vor allem aber beugt Wissen Dramatisierung und Bagatellisierung vor“, sagte die Ministerin und betonte: „Schule ist der richtige Ort, präventiv etwas gegen jede Form von Extremismus zu tun und eine Kultur der gegenseitigen Akzeptanz zu fördern.“ Die Bildungsministerin bedankte sich beim Rat für Kriminalitätsverhütung und beim Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) für die Vorbereitung der Tagung mit einem breit gefächerten Vortrags- und Forenangebot von Expertinnen und Experten aus dem gesamten Bundesgebiet (mehr Informationen: www.tinyurl.com/m7zoekd).

„Prävention ist die beste Form der Bekämpfung von Kriminalität!“, betonte auch Thomas Michael Kassun, Leiter des Rates für Kriminalitätsverhütung. Derzeit seien einzelne Schulleitungen besorgt über das Verhalten einiger Jugendlicher mit religiös motivierten Gewaltideen. „Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sagen uns, mangelhaftes Islamwissen kann zur Radikalisierung muslimischer Jugendlicher beitragen. Die Unkenntnis wird von militanten Islamisten für ihre Zwecke genutzt“, so Kassun. Er kündigte ein Programm der Landesregierung an, das mit der Bündelung unterschiedlicher Zuständigkeiten versuche, präventiv gegen religiösen Extremismus vorzugehen. Islamwissenschaftler sehen als Gründe für eine Radikalisierung junger Menschen eine unzureichende Integration und Frust in den Elternhäusern, in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt. Damit werde auch klar, dass muslimische Gemeinden eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des religiösen Extremismus zukomme, erklärte Kassun.

Er freue sich daher sehr darüber, dass die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein für das Landesprogramm gewonnen werden konnte und gerade dabei sei, eine Landeskoordinierungs- und Beratungsstelle aufzubauen. „Einzelne Akteure werden keinen Erfolg haben“, sagte Kassun und warb für Kooperationen verschiedener Institutionen: „Ich sichere zu, dass auch der Rat für Kriminalitätsverhütung in Schleswig-Holstein seinen Teil dazu beitragen wird, ressortübergreifend und effektiv in diesem Bereich zu arbeiten.“

„Wir greifen das Thema in unserer Aus- und Fortbildung vor allem in den Fächern Religion und Philosophie sowie im Bereich der Gewaltprävention in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern auf“, sagte Petra Fojut, Abteilungsleiterin Fort- und Weiterbildung im IQSH. Geplant sei ein Fachtag „Islamische Theologie“ vom Pädagogisch-Theologischen Institut, der Schura Schleswig-Holstein und dem Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstitut Hamburg unter Beteiligung des IQSH, der im Herbst stattfinden werde. Die Schulen des Landes erhielten überdies Materialien für den Unterricht, zum Beispiel das von der Polizei erstellte Unterrichtsmaterial zum Thema „Islamfeindlichkeit und Islamismus“ (erhältlich als Download unter www.iqsh.schleswig-holstein.de oder zu bestellen in der Druckversion beim IQSH, Schreberweg 5, 24119 Kiel).