Spagat zwischen Politik und Wissenschaft – Interdisziplinäre Herausforderungen des Terrors

10. Februar 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Berliner Sicherheitsgespräche und Anschlussveranstaltung 04./05.02.2015 – Islamistischer Terrorismus hieß das Thema der diesjährigen Berliner Sicherheitsgespräche, das nach den Anschlägen von Paris aktueller nicht hätte sein können. Neben der versammelten Politprominenz der deutschen Sicherheitsbehörden, über 40 Medienvertretern und zahlreichen Bekannten des BDKs ergatterte auch die Junge Kripo Plätze in den heiß begehrten Stuhlreihen in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin.

Inhaltlich wurden an diesem Tag von den politischen Referenten, allen voran Bundesinnenminister de Maizière, Folgen der aktuellen Situation des islamistischen Extremismus in Deutschland und Europa sowie abgeleitete Maßnahmen und Gesetzesneuerungen dargelegt. Neben aller Konzentration auf das Thema nutzte der Minister die Gelegenheit, um Lob und Dank an alle Polizisten Deutschlands auszusprechen.
Andere Perspektiven auf das Thema ermöglichten die Impulsreferate von der Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Schirrmacher und des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mayzek, dem vor allem die Vielfalt des Islams und der gemeinsame weitere Weg der Integration am Herzen lag.

Die folgende Expertenrunde wurde ergänzt durch die Präsidenten Münch (BKA) und Maaßen (BfV) sowie den GBA Range, die die Situation der zunehmenden Mehrbelastung der Behörden durch die Verfahren gegen und die Überwachungen von Syrien-Rückkehrern aufzeigten und sich der Erörterung der damit verbundenen Folgen nicht verwehrten. Eine hochkarätige Runde, die ihr Potential noch stärker hätte zum Ausdruck bringen können, wenn neben dem MdB Meyer (CDU/CSU) weitere Politiker anwesend gewesen wären, die gegenläufige Argumente hätten einstreuen können.

Die Folgeveranstaltung am Donnerstag stand dann ganz im Lichte der Wissenschaft. In der Konrad-Adenauer-Stiftung stand ein wahrer Vortragsmarathon an, der besonders den interdisziplinären Aspekt des Veranstaltungstitels betonte. Wissenschaftler und Journalisten erörterten hierbei die verschieden Facetten des islamistischen Terrors. Es wurde erörtert, warum der IS in so vielen Staaten der globalisierten Welt Unterstützung erfährt und wie es um das Verhältnis zwischen IS und Al-Qaida steht. Weiterhin stellten bei Sicherheitsbehörden beschäftige Wissenschaftler ihre Arbeitsweisen und Ergebnisse in diesem Phänomenbereich dar und zeigten interessante Blickwinkel zum Thema auf.

Die Junge Kripo bedankt sich für diese zwei gelungen Veranstaltungstage, bei denen von Experten aus Politik sowie Wissenschaft unterschiedlichste Argumente mit unterschiedlichsten Perspektiven bestens vermittelt wurden und freut sich auf die 10. Berliner Sicherheitsgespräche im Jahr 2016.