Polizei setzt bei Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen auf modernste Technik

5. Februar 2015 | Themenbereich: Kriminalität | Drucken

Im Regelfall ist die Polizei immer nach dem Einbrecher am Tatort, um Spuren zu sichern und ihre Ermittlungen einzuleiten. Mit moderner Technik ist es den Sicherheitsbehörden jedoch inzwischen ebenso möglich, Tatorte und Taten „vorherzusehen“ und somit vor den Tätern vor Ort zu sein.

Verwendet werden dazu vorhandene Datenquellen, Algorithmen und das Predictive Analytics. Aufgrund vorhandener Daten aus durchgeführten Einbrüchen lassen sich bestimmte “Hotspots” in einer Stadt lokalisieren und geografisch auswerten. Zum anderen können Erfahrungen kriminalistischer Arbeit für die Vorhersagen möglicher Straftaten herangezogen und zusammengeführt werden. In den Vereinigten Staaten wird entsprechende Software bereits eingesetzt, ebenso in Amsterdam und Zürich. Auch in Deutschland wird das System des Predictive Policing genutzt, das seinen Ursprung in der Unterstützung von Soldaten in Kriegsgebieten hat.

So arbeitet Nordrhein-Westfalen bereits mit einem Pilotprojekt und auch das Bayerische Landeskriminalamt hat kürzlich eine innovative „musterbasierte Prognosesoftware“ („Precobs“) vorgestellt, die in München und Nürnberg getestet wird. Auf statistischer und kriminologischer Basis errechnet das System, in welchen Gebieten in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit Einbrüche zu erwarten sind. Mit diesem Werkzeug erhofft sich die Polizei eine noch effektivere Planung und Steuerung der Einsatzkräfte. Ziel ist dabei vor allem die Prävention von Straftaten.

Auch der 18. Europäische Polizeikongress, der am 24. und 25 Februar 2015 im Berlin Congress Center (bcc) stattfindet, widmet sich dem Predictive Policing. Aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich der polizeilichen Arbeit stellt der nordrhein-westfälische Landeskriminaldirektor, Dieter Schürmann, im Hauptprogramm vor. Weitere interessante Fragen werden zudem in einem Fachforum (Mittwoch, 25. Februar 2015, 12 Uhr) diskutiert.