Ge­mein­sam ge­gen Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung

27. Januar 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Vom 25.-28. Januar 2015 findet die 42. Tagung der EGMONT Gruppe in Berlin statt.

Bei der EGMONT Gruppe handelt es sich um eine der führenden internationalen Organisationen, die sich mit der Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung befasst. Sie umfasst 147 Mitgliedstaaten, die durch ihre Financial Intelligence Units (FIU) – also Spezialdienststellen zur Geldwäschebekämpfung – repräsentiert werden.

Die Bundesrepublik Deutschland ist seit 2003 Mitglied der EGMONT Gruppe und wird durch die FIU Deutschland im Bundeskriminalamt (BKA) repräsentiert.

Die FIU Deutschland unterstützt die Polizeien des Bundes und der Länder bei der Verhütung und Verfolgung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Als Zentralstelle nimmt sie sämtliche Meldungen von verdächtigen Finanztransaktionen entgegen und wertet diese aus. 2014 waren dies rund 25.000 Verdachtsmeldungen.

Die EGMONT Gruppe trifft sich jährlich zu Arbeitsgruppen- und Plenarsitzungen, die abwechselnd ein Mitgliedsland ausrichtet. An der diesjährigen Veranstaltung nehmen rund 280 Vertreterinnen und Vertreter von rund 110 FIU-Dienststellen und internationalen Organisationen wie der Weltbank, den Vereinten Nationen und der Financial Action Task Force (FATF) teil.

Staatssekretärin Dr. Emily Haber, die die Arbeitsgruppensitzung der Organisation heute in Berlin im Beisein von BKA-Präsident Holger Münch eröffnete, machte in ihrem Grußwort auf die enormen Herausforderungen aufmerksam, vor denen die EGMONT Gruppe steht:

„“Die grenzüberscheitenden Aktivitäten krimineller Organisationen, die fortschreitende Entwicklung immer komplexerer wirtschaftlicher Konstrukte und die kriminelle Nutzung neuer Technologien erfordern ein konzertiertes Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft. Deutschland bekennt sich zu den internationalen Vorgaben bei der Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Der internationale Informationsaustausch ist ein wesentlicher Schlüssel für die Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und damit auch für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität insgesamt. Der grenzüberschreitenden Vernetzung der Täter müssen wir die Kooperation der FIU, der Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden entgegensetzen.““

Im Rahmen der Sitzung wird unter anderem über

die Aufnahme neuer Mitglieder,
den neuen FATF-Regelungsrahmen (Standards zur Geldwäschebekämpfung),
das Aus- und Fortbildungsprogramm für 2015,
die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur der EGMONT-Gruppe zur internationalen, sicheren Kommunikation und Datenanalyse (EGMONT SECURE WEB) sowie
über neue Trends und Typologien und deren Bekämpfungsmöglichkeiten diskutiert.

Am Rande der Veranstaltung ist zudem die Unterzeichnung von über 60 bilateralen Kooperationsvereinbarungen, so genannten Memoranden of Understanding geplant, um die internationale Zusammenarbeit der FIUs zu verbessern.