Datenflut wächst Polizei über den Kopf

20. Januar 2015 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen werden immer mehr Datenträger wie USBSticks,Smartphones und Tablet-PCs sichergestellt.
Bodo Pfalzgraf, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Berlin: „Wir müssen mit den technischen Möglichkeiten der Verbrecher auf Augenhöhe bleiben. Niemand kann der Öffentlichkeit ernsthaft erklären, dass im digitalen Zeitalter ungenügende Auswertungskapazitäten zur Einstellung von Strafverfahren führen können.“
Denn es mangelt auch an leistungsstarker Technik. Das führt dazu, dass kriminaltechnische Auswertungen teilweise bis zu einem dreiviertel Jahr und länger dauern. Ein Problem, denn eine schnelle Strafverfolgung ist so nicht gewährleistet und manche Prozesse können wegen überlanger Verfahrensdauer platzen. Wegen des Zeitund Arbeitsdrucks müssen sich die Ermittler auf Stichprobenbeweise reduzieren, doch so bleiben mögliche weitere Delikte eines Tatverdächtigen unaufgeklärt.
Die Datenflut kann nicht vom aktuellen Mitarbeiterstamm geschultert werden. Pfalzgraf: „Die Zahl der spezialisierten Mitarbeiter muss zum gestiegenen Arbeitsaufkommen passen!“
Die Wichtigkeit der Aufklärung von Straftaten im digitalen Zeitalter gehört im Sinne der Opfer erneut in den Blickpunkt der zuständigen Politiker, sonst nimmt der Rechtsstaat Schaden.