Keine Legalisierung von Cannabis

15. Januar 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Als Berufsvertretung der Polizisten, die tagtäglich auf der Straße mit den Problemen des Drogenkonsums und der Drogenkriminalität zu tun haben, ist die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ganz klar gegen eine Freigabe von Cannabis.
„Bei einer Legalisierung von Cannabis wäre mit einer Steigerung des Rauschgiftkonsums in jedem Fall zu rechnen – mit allen gesundheitlichen und sozialen Folgen“, so der GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher.
Zwar würde durch eine Legalisierung die statistisch erfasste Kriminalität logischerweise sinken. Ob aber dadurch drogenbedingte Verkehrsunfälle oder Angriffe auf andere unterbleiben, erscheint doch sehr fraglich.

Gerade die Werbemöglichkeiten eines legalisierten Rauschgiftmarktes sind mit Sorge zu betrachten. Zumindest theoretisch könnten sich die Produzenten und Händler dann offener Marketingmethoden bedienen und so den Absatz und den Konsum von Drogen ankurbeln.

Auch hat der heutige moderne Anbau von Cannabis zu einem bedeutend höheren Anteil des Wirkstoffgehaltes THC (Tetrahydrocannabinol) der Pflanzen geführt. So sind im Einzelfall bereits THC-Gehalte von über 30 % ermittelt worden. (Im Vergleich – noch vor 10 – 15 Jahren, im Naturanbau, bewegte sich der THC-Gehalt bei Marihuana durchschnittlich zwischen 1 und 5 %.)

„Anstatt sich Gedanken um eine Legalisierung zu machen, sollte es ein Hauptanliegen von Politikern sein, die Drogenprävention zu verbessern“, sagt der GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher.

7 Kommentare
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  1. Sehr fraglich ist auch Ihr Bildungsniveau:
    CANNABIS IST KEIN TOXIKUM und somit auch kein „Rauschgift“ wie es immer wieder in der Presse zitiert wird. Bilden tut nicht weh!
    In Colorado gibt es keinerlei Hinweise auf die von GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher prognostizierte Steigerung des Konsums. Es wird eher ein Rückgang festgestellt.
    Regulieren statt kriminalisieren !

  2. Sehr geehrter Herr Schumacher,

    gerne zitiere ich Ihren Kollegen der DPolG: Tausende Polizisten werden nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft falsch eingesetzt und teilweise „schlicht verheizt“. Gewerkschaftschef Rainer Wendt fordert vom Gesetzgeber, die Polizei von verzichtbarer Arbeit zu befreien. Dadurch ließen sich „auf einen Schlag mehrere Tausend Stellen“ schaffen, und zwar ohne zusätzliche Kosten, schrieb er in einem Gastbeitrag für den „Focus“.

    Der Gewerkschafter wandte sich unter anderem gegen die Verfolgung von Konsumenten geringer Cannabis-Mengen. Polizisten müssten diese Personen nach geltendem Recht anzeigen, Staatsanwälte stellten die Verfahren aber routinemäßig ein. „Es wäre besser, den Konsum geringer Mengen von Cannabis nicht mehr verfolgen zu müssen – um sinnlose Bürokratie zu vermeiden.“
    Dann hat sich jetzt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), die Interessenvertretung der Kripo, positioniert. Zusammen mit dem Bundesvorsitzenden André Schulz plädiert auch der hessische Landesverband dafür, den Kauf, Besitz und Konsum von Cannabis zu entkriminalisieren. Der stellvertretende Landesvorsitzende Dirk Peglow betont, dass dies aus praktischen Erwägungen heraus geschieht: „Zurzeit arbeiten unsere Kollegen im Bereich der Konsumdelikte nämlich leider zum Großteil für den Papierkorb.“

    Erfolgreiche Legalisierung /Entkriminalisierung wird erfolgreich seit 40 Jahren in den Niederlanden praktiziert, seit 1.1.2014 im US Staat Colorado und in Uruguay. Hier wird Ihre Aussage vollumfänglich widerlegt, es wird nicht mehr Konsum als vorher geben, das ist eine typische prohibitionische Aussage. Nur weil es legal wird, werden zwangsläufig mehr Menschen konsumieren… Merken sie wie widersinnig diese Aussage ist?

    Rund 1.000 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland an illegalen Drogen gestorben. Demgegenüber stehen fast 200.000 Tote durch die Folgen legaler Drogen wie Tabak und Alkohol.

    Vor diesem Hintergrund forderte kürzlich NRW-Polizeipräsident Hubert Wimber die Legalisierung von Cannabis. Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter verlangt inzwischen ein radikales Um-denken in der Drogenpolitik und schließt sich damit einer Forderung von rund 120 Strafrechtsprofessoren an: Sogenannte leichte Drogen, wie z.B. Marihuana, sollen entkriminalisiert werden. Ziel einer möglichen Legalisierung dieser leichten Drogen ist die Aufklärung und Selbstverantwortung.

    MfG

    F.v.B.

  3. Warum informiert sich Herr Schumacher nicht, bevor er sich öffentlich
    äußert, ideologisch geprägte Gedankenspiele in die Welt setzt? Es gibt
    mehrere gut dokumentierte Beispiele, die Schumachers Gedankenspiele
    widerlegen. Portugal, Colorado, Washington (State), Niederlande, Uruguay,
    Spanien, Tschechien. Kein Anstieg des Konsums meldet Colorado. Weniger
    Schwerstkriminalität, Zahl tödlich verlaufender Unfälle auf Autobahnen
    gesunken, es greifen weniger Teenager zum Joint, Trennung des Marktes
    von Cannabis und harten Drogen gelungen, Werbung für Hanfprodukte
    ist verboten. Dabei spielt auch keine Rolle, ob der THC Gehalt in Hanfprodukten
    gestiegen ist. Hochpotente Produkte gab es schon immer, der Durchnittswert
    liegt bei neun bis dreizehn Prozent THC Wirkstoff. Vertrauensbildend sind
    Fantasien eines Landesvorsitzenden der GdP sicher nicht.

  4. Warum werden hier Kommentare gelöscht?
    Cannabis ist immer noch kein „Gift“!
    Recherchieren und dann schreiben. Danke!

  5. Dieser Artikel strotzt nur so von unwissenheit und nicht belegbaren Vermutungen.
    Bestes Beispiel sind die THC-Gehalte, die, so offizielle Studien, sich nicht groß verändert haben.

    Wenn aber, wie früher, das THC auf die ganze Pflanze bezogen wird, ist der ermittelte Gehalt natürlich geringer, als wenn nur die THC-reichen Blütenstände als Bezug genoommen werden.

    Man würde ja vermuten, dass man sich informiert bevor man einen Atikel schreibt, dem anschein nach ist dies wohl aber nicht überall so.

    Beste Grüße

  6. Vielleicht sollten wir uns erstmal auf eine Definition von „Legalisierung“ einigen, bevor alle munter drauf los plappern…

    Herr Schumacher meint also, „Legalisierung“ könne nur so aussehen, dass Cannabis ein ganz normales Handelsgut, wie z.B. Weizenmehl werden soll. Komischerweise fordert dies aber niemand wirklich.
    Die öffentlichen „Legalisierungs“-Befürworter (Grüne, Linke, Piraten, Hanfverband,…) treten allesamt für einen REGULIERTEN Markt ein, der selbstverständlich Jugendschutz (erst) ermöglicht.

    Cannabis sollte meines Erachtens mit Tabak und Alkohol gleichgesetzt, aber stärker reguliert werden, d.h. KEIN Verkauf im Supermarkt oder an Automaten.

  7. Scheinbar geht es aber doch so langsam in die Richtung:
    Änderung bei „kleinen“ Straftaten – Schwarzfahren, weiche Drogen, Beleidigung: Polizei will nicht mehr ermitteln:
    http://www.focus.de/finanzen/recht/schwarzfahren-sachbeschaedigung-weiche-drogen-polizei-will-bei-kleinen-straftaten-nicht-mehr-ermitteln_id_4414308.html

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