Jugendarrestvollzugsgesetz komplettiert 2015 die Neuregelung des Vollzugs

5. Januar 2015 | Themenbereich: Justiz, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

„Das Gesetz über den Vollzug des Jugendarrestes wird der letzte Baustein der Vollzugsgesetze in M-V sein. Mit der Übertragung der Zuständigkeit auf die Bundesländer wurden hier das Untersuchungshaftvollzugsgesetz, das Sicherungsverwahrungsvollzugs-, das Jugendstrafvollzugs-sowie das Strafvollzugsgesetz neu verabschiedet. Bis Ende 2015 folgt das Jugendarrestvollzugsgesetz. Zurzeit werden die Ressorts angehört. Im Kern geht es darum, dass in einer relativ kurzen Vollzugszeit von maximal vier Wochen das Umdenken der Jugendlichen im Vordergrund steht. Bloßes Wegsperren bringt niemanden weiter, weder den Jugendlichen noch die Gesellschaft“, so Ministerin Kuder.

„Das neue Gesetz wird die erfolgreichen Ansätze aus dem Jugendvollzug nutzen. Arrestanten müssen sich zunächst mit ihren Problemen und Defiziten befassen. Darauf basierend werden Lösungen entwickelt, die auf die Jugendlichen zugeschnitten sind, etwa in den Bereichen der Sucht-, Schulden- oder Gewaltproblematik. Trainiert werden soll, wie ein Streit gewaltfrei beigelegt werden kann. Bei den Arrestanten soll das Verantwortungsgefühl geweckt und die Schadenswiedergutmachung angeregt werden. Es geht auch darum, dass die Arrestanten nach ihrem Arrest beruflich oder schulisch anknüpfen oder neu starten können. Wir arbeiten eng mit Jugendämtern und Schulen sowie der Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe und auch freien Trägern zusammen“, sagte die Ministerin.

„Der Arrest bedeutet Freiheitsentzug, die Jugendlichen tragen Anstaltskleidung. So wird ihnen vermittelt, nach dem Arrest von maximal vier Wochen droht tatsächlich der geschlossene Vollzug in der benachbarten Jugendanstalt Neustrelitz oder in einer JVA“, so Justizministerin Kuder. In der Jugendarrestanstalt Neustrelitz gibt es 14 Plätze.