„Wirkliche Sicherheit in den Bahnhöfen gibt es nur mit ausreichend Polizeistreifen“

29. Dezember 2014 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

„Das Sofortprogramm der Deutschen Bahn ist ein Fortschritt aber kein Allheilmittel gegen die Be-kämpfung der Kriminalität auf den Bahnhöfen“, so der zweite Vorsitzende der DPolG Bundespo-lizeigewerkschaft Hans-Joachim Zastrow. „Die zusätzliche Ausstattung von 100 Bahnhöfen und Stationen mit Videokameras erkennen wir an, offensichtlich reagiert die Deutsche Bahn damit zu Gunsten ihrer Reisenden, weil sich die Bundespolizei aus Personalmangel über die Jahre immer mehr aus der Fläche zurückgezogen hat.
Der Gewerkschafter beklagt, dass immer weniger Kontrollstreifen in den kleineren Bahnhöfen und auf den Bahnstationen durchgeführt werden können. Durch Mangel an Polizeibeamtinnen und -beamten seien die Bundespolizeiinspektionen häufig gezwungen, die Kräfte in den fahrgastintensi-ven größeren Bahnhöfen zu zentrieren. „Im Gegenzug entsteht in der Fläche Raum für kriminelle Taten. Wirkungsvolle Sicherheit wird es aber nur dann geben, wenn ausreichend Bundespolizisten in den Bahnhöfen präsent sind und die jeweiligen eingesetzten Techniken kompatibel und auf dem gleichen Stand sind.“
Eine intensivere Videoausstattung gerade in Bahnhöfen der Fläche gibt den Reisenden ohne Zwei-fel mehr Sicherheit und wirkt auch vorbeugend gegen Gewaltübergriffe. Die Video-Technik wird aber nie Polizeistreifen ersetzen können. Wir brauchen deshalb einen Einklang zwischen Technik und Personal. Wo ein Reisender Hilfe braucht, muss die Bundespolizei auch in der Lage sein, zeitnah helfend eingreifen zu können. Davon sind wir im Regelfall leider weit entfernt, so Zastrow. Hinzu kommt, dass die Ermittlungsdienste mit der Verfolgung von Straftaten in diesem Milieu be-reits seit langem deutlich überlastet sind. Sicher ist ein Videomitschnitt ein brauchbarer Ermitt-lungsansatz, er ist aber auch zeitaufwändig. Schon jetzt werden viele Anzeigen per CD, Stick oder auf sonstigen Datenträgern abgegeben. Bei den berechtigt hohen IT-Sicherheitsansprüchen der Bundespolizei kann der Datenträger nicht mal eben eingelegt und ausgewertet werden. Oft vergeht viel Zeit, bis die Daten dann tatsächlich zugänglich werden. „Unsere Kollegen vor Ort hätten da sehr gerne einen Sachbearbeiter, der Technik und kriminalistischen Spürsinn vereint, damit „die Spur nicht kalt wird“, wie Zastrow es bezeichnet. Beim Ermittlungsdienst stapeln sich bereits jetzt die Ermittlungsakten, zusätzliche Strafverfolgungsmaßnahmen durch einen Ausbau der Video-überwachung bedingt dann auch mehr Personal“, so der Gewerkschafter.
Er fordert deshalb eindringlich die bahnpolizeiliche Aufgabe der Bundespolizei personell nicht wei-ter zu vernachlässigen. „Zusätzliche Videoüberwachung ist ein gutes Ergebnis der Kooperation von Deutscher Bahn und Bundespolizei, aber wir brauchen auch wieder mehr uniformierte Bun-despolizei auf den Bahnsteigen. Beides zusammen ergibt eine gute Vorbeugung und wirklich mehr Sicherheit für Reisende“, so Hans-Joachim Zastrow.

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