Luftsicherheitskontrolle zurück in die öffentliche Hand

22. Dezember 2014 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Seit Jahren weist die Gewerkschaft der Polizei auf die – als Folge der Privatisierung – Verschlechterungen im Bereich der Luftsicherheit hin. Bisher haben sowohl die privaten Sicherheitsleister als auch die Verantwortlichen der Bundespolizei und des Bundesministeriums der Innern diese Konsequenz der Privatisierung immer abgestritten.

„Ein Höchstmaß an Sicherheit im Luftverkehr kann nur durch den Einsatz von gut ausgebildeten, erfahrenen und hoch motivierten Kontrollkräften erzielt werden. Diese Kräfte müssen in der Lage sein, ganzheitliche Kontrollen, die auch den Passagier selbst im Auge haben, durchzuführen.

Die Privatisierung der hoheitlichen Luftsicherheitsaufgabe in Deutschland im Jahr 1993 hat zu einer deutlichen Verschlechterung der sozialen Rahmenbedingungen und einer massiven Zunahme der Arbeitsverdichtung für die im Luftsicherheitsbereich eingesetzten Kräfte geführt. Die Folgen dieser verfehlten Politik zeigen sich nun im Ergebnis der Prüfung der EU-Kommission am Frankfurter Flughafen.“ so Jörg Radek, Vorsitzender der GdP-Bezirk Bundespolizei.

Die Gewerkschaft der Polizei fordert daher schon seit langem, dass die Fluggastkontrolle wieder als hoheitliche Aufgabe vollständig in die öffentliche Hand zurückgeführt wird. Nur dies garantiert Qualität und Kontinuität in der Flugsicherheit. Auch muss die Fluggastkontrolle entsprechend ihrer Bedeutung für die Sicherheit im Luftverkehr aufgewertet werden. Die Ergebnisse der EU – Untersuchung zeigen: Die Fluggastkontrolle darf kein Anlernberuf mit in der Folge schlechter Bezahlung und hoher Fluktuation bleiben. Die „Fachkraft Luftsicherheitsassistent“ muss ein Ausbildungsberuf werden.

1 Kommentar
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  1. Gut ausgebildete, hochqualifizierte Polizisten für Sicherheitskontrollen an Flughäfen einzusetzen ist m.E. unsinnig. Oder sollen Ärzte nun auch als Pfleger in Krankenhäuser arbeiten?
    Die Beamten fehlen auf der Strasse. Schon vergessen? Die Einbruchszahlen sind gestiegen. Weite Teile der Kriminalität würden ebenfalls mehr Polizeikräfte erfordern. In manchen Regionen gibt es Demonstrationen gegen den Abbau von Dienststellen. Im Osten formieren sich Bürgerwehren, weil der Staat seine Bürger nicht genügend schützt.
    Weshalb sollte ein Polizist an einer monotonen Kontrollstelle eines Flughafens verbraten werden? – Die Fehlerquote würde ebenso bald ansteigen. Die Routine trifft jeden. Es macht kein Unterschied, ob er Strafrecht, Polizeirecht, VU Aufnahme, Kriminalistik oder was auch immer gelernt hat.
    Der Unterschied würde sich vielleicht in der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen ergeben.
    Das muss bei der Vergabe an Privatfirmen und mit Auflagen gelöst werden.

    Was würden Fluggäste sagen, wenn ein Fluglotse 8 Stunden ununterbrochen vor seinem Kontrollmonitor sitzen würde? – Sie würden es zu Recht mit der Angst zu tun bekommen.
    Wenn im Sekundentakt der Inhalt von Behältnissen auf einem Monitor analysiert werden muss, wundert es nicht, dass die Konzentration schnell nachlässt. Die monotone Arbeit und die einsetzende Routine sind doch die grössten Probleme in der Sicherheit.

    Ein Fluggastkontrolleur muss NICHT so umfassend wie ein Polizist ausgebildet sein. Das ist Humbuk. Die Aufgaben sind spezialisiert. Er muss aus einem Wirrwarr von Reiseutensilien gefährliche Gegenstände erkennen können. Das ist mühsam, erfordert höchste Ausdauer, visuelle, kognitive Fähigkeiten und viel Konzentration, die leider sehr fehlerbehaftet sein können. Bewerber müssen auf besondere Fähigkeiten gezielt ausgesucht werden und nicht einem allgemeinen Rotationssystem unterliegen.

    Die Arbeitsbedingungen an Bildschirmarbeitsplätzen müssen, ähnlich der des Fluglotsen, dringend verbessert werden, um der Routine entgegenzuwirken. Doppelte Besetzungen an den Monitoren. Einsatz- und Ruhezeiten für diese konzentrationsaufwändigen Einsatzstellen mit Angeboten für Entspannung und Ruheräumen. Fluglotsen werden gerne Auskunft geben.
    Eine Entflechtung des dichten Kontrolltaktes, bedeutet schlicht mehr Personal.

    Die bittere Pille zum Schluss – das alles kostet mehr Geld. Polizisten kosten aber noch mehr und werden an anderen Stellen ihrer Qualifikation entsprechend gebraucht.

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