Antrag der PIRATEN: Cannabis legalisieren – Drogenpolitik neu ausrichten

10. Dezember 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der Antrag der Fraktion der PIRATEN bezieht sich auf die Legalisierung von Cannabisprodukten und auf eine Neuausrichtung der nordrheinwestfälischen und bundesweiten Drogenpolitik. Die DPolG NRW antwortet in der Anhörung zu diesem Antrag im Landtag. Die schriftliche Stellungnahme kann hier nachgelesen werden:

Unter dem Begriff Cannabisprodukte können alle Rauschgifte zusammengefasst werden, die aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen werden: Marihuana, Haschisch und Haschischöl. Bei Haschisch handelt es sich um das gepresste Harz der weiblichen Pflanzen. Als Marihuana werden die getrockneten Blüten und Blattspitzen bezeichnet. Haschischöl ist ein Extrakt aus dem Harz der weiblichen Pflanzen.
Der Wirkstoff THC wird nach der Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) als Betäubungsmittel bezeichnet.
Das BtMG unterscheidet dabei nicht zwischen „harten“ und „weichen“ Betäubungsmitteln. Im Sprachgebrauch hat sich die Einordnung von Cannabisprodukten unter den Begriff der „weichen“ Drogen eingebürgert. Dabei wird die Wirkung des THC auf den menschlichen Körper und die Psyche verharmlost. Bei dieser Einordnung werden alle Produkte gleich behandelt, obwohl sich der Wirkstoffgehalt stark voneinander unterscheidet.

So liegt nach Auskunft der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.) der durchschnittliche THC-Gehalt bei Haschisch bei 6,8%, bei Marihuana bei 2%, bei besonderen Treibhauszüchtungen von Marihuana bei bis zu 20% und bei Haschischöl bei bis zu 30%.
Dies macht deutlich, dass Cannabisprodukte zwar den gleichen Inhaltsstoff haben, aber sich in ihrem Wirkstoffgehalt und somit auch bei ihrer Wirkung auf die Konsumenten stark unterscheiden. Eine Gleichbehandlung der einzelnen Produkte sollte deshalb unterbelieben.
Cannabisprodukte werden auf unterschiedliche Art und Weise zubereitet und konsumiert. Hierbei ist die gängigste Methode das Rauchen, wobei Teile des Rauschgiftes mit Tabak vermischt werden und durch das Inhalieren des Rausches gelangt der Wirkstoff in den Körper. Eine andere Methode ist der Konsum von Tee, wobei Teile des Rauschgiftes mit aufgebrüht werden. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich Cannabis als Backzutat.
Die verschiedenen Konsumformen zeigen auf, dass die Wirkung auf die Konsumenten aufgrund der verschiedenen Zubereitungsarten und der unterschiedlichen Wirkstoffgehalte der Cannabisprodukte sehr unterschiedlich und nicht berechenbar sind.