Abschlussbilanz der Kontrollaktionen gegen Diebesbanden

10. Dezember 2014 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

75 Festnahmen bei 11.100 kontrollierten Personen und 7.200 kontrollierten Fahrzeugen – das ist die Abschlussbilanz der bayernweiten Kontrollaktionen gegen Diebesbanden und reisende Straftäter vom 25. November bis zum 8. Dezember 2014. Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich der Einsatz der 2.150 Polizistinnen und Polizisten gelohnt. „Wir konnten eine Reihe von Straftätern aus dem Verkehr ziehen. Die Palette reicht von heroinsüchtigen ungarischen Ladendieben in München über Waffenfunde wie in der Oberpfalz bis hin zur Festnahme von drei Tschechen in Eichstätt aufgrund von Haftbefehlen wegen Bandendiebstahls. Insgesamt war der hohe Kontrolldruck durch die Polizei eine deutliche Mahnung, sich in Bayern auf keine krummen Geschäfte einzulassen.“ Nach den Worten Herrmanns werden jetzt die Ergebnisse der Kontrollaktion vom Bayerischen Landeskriminalamt detailliert ausgewertet. „Wir werden auch im kommenden Jahr vergleichbare Großkontrollen durchführen“, kündigte Herrmann an.

Die zweiwöchigen Schwerpunktkontrollen der zehn Polizeipräsidien wurden vom Bayerischen Landeskriminalamt koordiniert und von der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Neben mobilen und stationären Kontrollen an Ein- und Ausfallstraßen und im Bereich internationaler Verkehrswege wurden auch potentielle Tatorte wie Wohn- und Gewerbegebiete gezielt überwacht. Außerdem hat die Bayerische Polizei An- und Verkaufsgeschäfte überprüft, um Verkaufswege gestohlener Wertgegenstände nachzuvollziehen. Zusätzlich wurden von den Fahndern Anlaufstellen oder Unterschlupfe für Straftäter unter die Lupe genommen, wie Hotels, Motels und Pensionen. Einzelheiten zu den regionalen Kontrollergebnissen erhalten Sie bei den jeweiligen Polizeipräsidien.

Ein Schwerpunkt der Kontrollaktionen war die Bekämpfung der steigenden Einbruchskriminalität. Dabei wurde auch die bundesweit einmalige Prognosesoftware ‚PRECOBS‘ eingesetzt, die seit Oktober 2014 in München und Mittelfranken getestet wird. PRECOBS errechnet auf mathematisch-statistischer und kriminologischer Basis, wann und wo eine Straftat mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. „Nach der Lagebewertung durch die Kriminalpolizei können wir die Prognosegebiete gezielt durch die Polizei bestreifen lassen“, erklärte Herrmann. „Wenn wir weiter gute Erfahrungen mit PRECOBS machen, planen wir das Analyseprogramm in ganz Bayern einzusetzen.“

Zwar war in Bayern im vergangenen Jahr das Einbruchsrisiko mit 51 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner im bundesweiten Vergleich am geringsten – beispielsweise lag die Einbruchsquote in Nordrhein-Westfalen 2013 mit 313 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner mehr als sechs Mal höher (bundesweiter Durchschnitt: 185 Einbrüche). Angesichts der bundesweit seit einigen Jahren stetig steigenden Einbruchszahlen hat die Bayerische Polizei trotzdem bereits seit langem die Fahndungs- und Ermittlungsarbeit verstärkt und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern intensiviert. Laut Herrmann zeichnet sich für Bayern 2014 bereits eine leichte Entspannung der Einbruchslage ab. So geht das ursprünglich stark gestiegene Anzeigenaufkommen seit dem Frühjahr deutlich zurück und liegt ab Juni etwa auf Vorjahresniveau. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh, so der Innenminister.

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