Niedersachsen leistet Pionierarbeit im Strafvollzug

1. Dezember 2014 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Ab heute beginnt für 16 Justizvollzugsbedienstete an der Psychiatrieakademie Königslutter ihre Weiterbildung zu Fachkräften für Psychiatrische Pflege. Damit ist ein weiterer Meilenstein zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im niedersächsischen Justizvollzug erreicht.

Je frühzeitiger bei Strafgefangenen – insbesondere bei Jugendlichen – psychiatrische Störungen erkannt und fachkundig behandelt werden, umso größer sind die Chancen, den Weg aus Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit herauszufinden. Deshalb hat die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz bereits im Jahr 2013 eine Projektgruppe ins Leben gerufen. Den erzielten Ergebnissen folgend werden im Jahr 2016 zwei neue psychiatrische Abteilungen in der Jugendanstalt Hameln und in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg eingerichtet. Das hierzu erforderliche Fachpersonal wird nun für die neuen Aufgaben ausgebildet. Die staatlich anerkannte Weiterbildung an der Psychiatrieakademie Königslutter dauert zwei Jahre. Auf dem Unterrichtsplan stehen 720 Unterrichtsstunden Theorie sowie praktische Weiterbildungszeiten von insgesamt neun Monaten an ausgewählten Praktikumsstätten in Niedersachsen. Die Weiterbildung schließt mit einer Prüfung ab.

Die 16 Bediensteten aus den Justizvollzugsanstalten Lingen, Oldenburg, Meppen, Sehnde und der Jugendanstalt Hameln werden in einem multiprofessionellen Team gemeinsam mit Psychiaterinnen, Psychiatern sowie Psychologinnen und Psychologen künftig die stationäre und ambulante Versorgung von psychisch auffälligen Gefangenen im gesamten niedersächsischen Justizvollzug weiter ausbauen.

Niewisch-Lennartz: „Niedersachsen leistet mit der weiteren Umsetzung unseres Konzepts zur psychiatrischen Versorgung von Gefangenen bundesweit Pionierarbeit im Strafvollzug. Der Umgang mit psychisch kranken Gefangenen stellt den Vollzugsalltag mehr denn je vor besondere Herausforderungen. Wir haben dies in der Vergangenheit nicht nur frühzeitig erkannt und gehandelt, sondern auch bundesweit dies wichtige Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Andere Länder haben zwischenzeitlich ebenfalls die Notwendigkeit erkannt, hier mehr zu tun. Niedersachsen geht mit gutem Beispiel voran!“

Hintergrund:

Am 4.Juli 2013 wurde das Projekt zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung von Gefangenen von der Niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz ins Leben gerufen. Die Projektgruppe erarbeitete ein umfassendes Zukunftskonzept zur stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgung im Justizvollzug.

Das am 21.März 2014 vorgestellte Konzept umfasst:

– die psychiatrische Intensivbehandlung in einer Klinik

– die stationäre psychiatrische Therapie

– die ambulante psychiatrische Versorgung

– die spezifische Entlassungsvorbereitung in den Justizvollzugseinrichtungen

Zur Umsetzung des Konzepts ist eine Qualifizierung von Fachpersonal unumgänglich Das Bildungsinstitut des niedersächsischen Justizvollzuges bietet daher in Kooperation mit der Psychiatrieakademie Königslutter speziell für Bedienstete des Justizvollzuges die Weiterbildung zu Fachkräften für psychiatrische Pflege an. Neben rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagenkenntnissen erwerben die Teilnehmenden umfassende pflegerische und kommunikative Kompetenzen im Umgang mit psychisch kranken Menschen.

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