Bayernweite Kontrollaktion gegen Diebesbanden

28. November 2014 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Bayern geht verstärkt gegen Diebesbanden und reisende Straftäter vor. Innenminister Joachim Herrmann startete eine zweiwöchige Sonderkontrollaktion. Zum Einsatz kommt auch die neue Prognosesoftware Precobs.
Minister Joachim Herrmann stellt die neue Prognosesoftware Precobs vor. Die Software zeigt, wo mit weiteren Einbrüchen zu rechnen ist.

„Neben Einbrecherbanden nehmen unsere Fahnder beispielsweise auch Rauschgiftdelikte, Kfz-Diebstahl und Schleusungskriminalität ins Visier“, machte Herrmann deutlich. Bis zum 8. Dezember wird jedes Polizeipräsidium an zwölf Tagen besondere mobile und stationäre Kontrolleinsätze durchführen. Die gesamte Aktion wird vom BLKA koordiniert und von der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Etwa 2.000 Polizeibeamte werden im Einsatz sein. Zusätzlich werden gezielt Orte überprüft, die als Anlaufstellen oder Unterschlupf für Straftäter bekannt sind.
Precobs – schon Fahndungserfolge in den ersten sechs Wochen

Bei den Schwerpunktkontrollen kommt die bundesweit einmalige Prognosesoftware Precobs zum Einsatz; sie wird seit Oktober 2014 in München und Mittelfranken getestet. Precobs errechnet auf mathematisch-statistischer und kriminologischer Basis, wann und wo eine Straftat mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. „Nach einer Lagebewertung durch die Kriminalpolizei können wir die Prognosegebiete gezielt durch die Polizei bestreifen lassen“, erklärte Herrmann. Die verwendeten Daten umfassen lediglich Informationen zu Tatorten, Tatzeiten und Vorgehensweisen zurückliegender Einbrüche. Personenbezogene Daten sind nicht enthalten. Aufgrund von Precobs- ‚Alarmmeldungen‘ konnten in München und Mittelfranken bereits erste Einbrecher geschnappt werden.
Investition in Sicherungstechnik lohnt sich – 40 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen

Herrmann appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, verdächtige Wahrnehmungen sofort der Polizei zu melden. „Darüber hinaus kann ich jedem nur raten, sich über einen effektiven Einbruchsschutz zu informieren.“ Denn etwa 40 Prozent der Einbruchsversuche bleiben im Versuchsstadium stecken, weil die Täter oft von wirkungsvoller Sicherungstechnik abgehalten werden.
Bayern: sicherstes Bundesland auch bei den Einbruchszahlen

Mit 51 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner (= HZ) war im vergangenen Jahr in Bayern das Einbruchsrisiko im bundesweiten Vergleich am geringsten. Beispielsweise lag die Einbruchsquote in Nordrhein-Westfalen 2013 mit 313 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner mehr als sechs Mal höher (bundesweiter Durchschnitt: 185 Einbrüche). Augsburg (HZ: 53,9; Rang 1), München (HZ: 85,4; Rang 2) und Nürnberg (HZ: 108,7; Rang 5) gehören zu den sichersten der 39 deutschen Großstädte über 200.000 Einwohner. Für 2014 zeichnet sich in Bayern laut Herrmann bereits eine leichte Entschärfung der Einbruchslage ab

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

 

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