Herrmann Schirmherr bei Präventionsprojekt gegen Crystal

24. November 2014 | Themenbereich: Bayern, Prävention | Drucken

Bundesweit einmalig: Vom 24. bis zum 28. November 2014 findet in der Jugendherberge Wunsiedel eine Projektwoche unter dem Motto ‚Hellwach – ich weiß doch Bescheid!‘ statt. 124 Schülerinnen und Schüler aus Tschechien und Bayern beschäftigen sich eingehend mit Suchtgefahren und wie man ihnen am besten entgeht. Schirmherr ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. „Mit unserem länderübergreifenden Präventionsprojekt betreten wir Neuland in der Zusammenarbeit mit Tschechien“, erklärte Herrmann. „Ich erhoffe mir davon einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention, vor allem im Kampf gegen die gefährliche Droge Crystal. Denn gerade junge Menschen sind besonders gefährdet, in eine Suchtspirale zu geraten.“

Die länderübergreifende Projektwoche „‚Hellwach – ich weiß doch Bescheid!‘ wurde von der Jugendherberge Wunsiedel und der Kriminalpolizeiinspektion Hof ins Leben gerufen. Die Schülerinnen und Schüler der zwei Schulklassen aus Tschechien (Ostrov, Pernink) und drei Schulklassen aus Bayern (Marktredwitz, Hof und Gefrees) im Alter zwischen 14 und 16 Jahren erwartet ein spannendes Programm, unter anderem mit verschiedenen Mitmach-Parcours, Arbeitsgruppen zu Suchtthemen und einem Besuch in der Therapiestation für Suchtkranke in der Bezirksklinik Rehau. Herrmann: „Durch die intensive Auseinandersetzung mit Suchtproblematiken erarbeiten sich die jungen Menschen wichtige Informationen und erlernen gemeinsam den Umgang und die Vermeidung von gefährlichen Suchtmitteln.“

Gefördert und unterstützt wird das Projekt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, von der Oberfrankenstiftung, vom Arbeitskreis ‚Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen‘, von der Anti-Sucht-Initiative ‚Mindzone‘, von den Suchtarbeitskreisen Hof und Wunsiedel sowie von der Bezirksklinik Rehau.

Wie der bayerische Innenminister ergänzt, wird Deutschland derzeit von Crystal sprichwörtlich überschwemmt. Allein in Bayern haben sich die Crystal-Fälle von 2010 auf 2013 mit 2.123 Delikten nahezu verdoppelt (2010: 1.138). Die Menge an sichergestelltem Crystal war 2013 mit 36,3 Kilogramm mehr als fünfmal so hoch als noch 2010. 18 Menschen starben 2013 in Bayern durch Crystalkonsum. 2014 gingen allein bis Ende September bayernweit rund 2.000 Crystalfälle in die bayerische Kriminalstatistik ein. Zudem wurden 2014 in Bayern bereits mehr als acht Kilogramm Crystal von Fahndern aus dem Verkehr gezogen. „Die Teufelsdroge Crystal ist weiter auf dem Vormarsch, in den Grenzgebieten zu Tschechien und zunehmend auch im Landesinneren vor allem in Ballungsräumen“, zog Herrmann daher als Fazit. „Unter der Devise ‚Null Toleranz gegen Drogen‘ haben wir deshalb den Kampf gegen Crystal verstärkt und vor allem die Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Bayerischen Polizei im engen Schulterschluss mit der Bundespolizei, dem Zoll und der tschechischen Polizei weiter intensiviert.“

Sehr wichtig ist für Herrmann die engere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. „Nur wenn auch die Hintermänner hinter Schloss und Riegel sitzen, können wir das skrupellose Crystal-Geschäft nachhaltig zerschlagen, gerade mit Blick auf die vielen illegalen Drogenlabore in Tschechien“, so der Innenminister. Derzeit sei eine bayerisch-tschechische Absichtserklärung in Vorbereitung, die die Zusammenarbeit beim Kampf gegen Drogen weiter vertieft. Demnächst soll auch der deutsch-tschechische Polizeivertrag neu gefasst werden. Laut Herrmann könne man dann noch effektiver gegen Crystal vorgehen.

Nähere Informationen zum Präventionsprojekt ‚Hellwach – ich weiß Bescheid!‘ erhalten Sie vom Polizeipräsidium Oberfranken (0921/506-1030 bis -1034).

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.