Kulturelle Vielfalt im BKA – ein gemeinsamer Weg

14. November 2014 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Angehende Kriminalkommissarinnen und Kriminalkommissare des Bundeskriminalamtes (BKA) richteten heute im Rahmen ihres Fachhochschulstudiums die Abschlussveranstaltung der Vortragsreihe „Spektrum Migration“ aus. Im BKA wurde das Thema Migration mit Bezug zur Polizeiarbeit aber auch in seiner Bedeutung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Verlauf des Jahres aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in verschiedenen Veranstaltungen beleuchtet. Die Vortragsreihe wurde zur Förderung der interkulturellen Kompetenz im BKA konzipiert (siehe Pressemitteilung BKA vom 16.05.2014, „BKA unterschreibt Charta der Vielfalt“).

Heute stellten die Studierenden den etwa 200 Teilnehmern der Veranstaltung die Inhalte einer Projektwoche zur Steigerung interkultureller Kompetenz vor, die ihren Abschluss im Januar 2014 in der türkischen Botschaft in Berlin fand (siehe Pressemitteilung BKA vom 24.01.2014), gaben einen Überblick zu den Inhalten der gesamten Vortragsreihe und präsentierten ihre zukünftigen Ideen zur Interkulturellen Kompetenz und Diversität im BKA.

Im Anschluss moderierte Hans-Gerd Jaschke, Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, ein Expertengespräch, an der unter anderem Ferda Ataman vom Mediendienst Integration sowie BKA-Präsident Jörg Ziercke teilnahmen. Im Verlauf der Diskussion wurde eine Standortbestimmung vorgenommen und ein Ausblick gewagt.

„Es ist wichtig, dass immer mehr Arbeitgeber und Behörden dazu übergehen, den Anteil von Menschen aus Einwandererfamilien unter den Mitarbeitern bewusst in den Fokus zu rücken, so wie das BKA in den vergangenen Monaten. Was die Gesellschaft in Deutschland braucht, ist ein normaler Umgang mit Vielfalt und eine stärkere Abbildung der Gesellschaft – auch im Polizeidienst“, sagt Ferda Ataman, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Informationsplattform „Mediendienst Integration“.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Um die Herausforderungen, die moderne Kriminalitätsphänomene an uns stellen, meistern zu können, brauchen wir Beschäftigte mit einer Vielzahl von Interessen und Talenten, mit einem breiten Spektrum beruflicher und kultureller Hintergründe. Nicht zuletzt die Vertrauenskrise, die aus den Geschehnissen um den sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) entstanden ist, erfordert den offensiven Ausbau interkultureller Kompetenz und Diversität in der Polizeiarbeit. Auch wenn wir im BKA bereits eine vielfältige Belegschaft haben, werden wir den Status quo unserer Maßnahmen regelmäßig evaluieren und unser Bewusstsein weiter schärfen, um unseren vielfältigen und internationalen Aufgaben gerecht werden zu können.“

Um Vertrauen in die Sicherheitsbehörden bei Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit ausländischer Herkunft wieder herzustellen, hatte zuletzt auch der Bundestagsuntersuchungsausschuss zum NSU in einer seiner Empfehlungen die Verankerung der interkulturellen Kompetenz in der Polizeiausbildung gefordert.

Das BKA hat bereits vor dem Bekanntwerden des NSU den Dialog zwischen Polizei und Migranten gefördert. Seit 2005 führt es regelmäßige Gespräche mit Vertretern von muslimischen Verbänden in Deutschland im Rahmen der „Arbeitsgruppe Vertrauensbildende Maßnahmen“.

Zur weiteren Steigerung der interkulturellen Kompetenz und Vielfalt im Amt wirbt das BKA zudem verstärkt um Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund.

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