Unternehmen sollten Wehren unterstützen

13. November 2014 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Innenminister Roger Lewentz und der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV), Frank Hachemer, appellieren an Unternehmen im Land, das Engagement der Freiwilligen Feuerwehrangehörigen aktiv zu unterstützen. „Die ehrenamtlich aktiven Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen sind eine Stütze unseres Brand- und Katastrophenschutzes. Es steht Unternehmen gut an, wenn sie die Mitglieder der Freiwilligen Wehren für Einsätze freistellen und dieses Engagement unterstützen“, sagte Lewentz.

Der Landesfeuerwehrverband und der Ministerialdirektor im Innenministerium, Randolf Stich, haben am Donnerstag die Handwerkskammer Koblenz, die Industrie- und Handelskammer Koblenz, die Sparkassenversicherung und die Kreisverwaltung Westerwald als „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet. Mit der Verleihung des Förderschildes soll die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Feuerwehrangehörigen anerkannt und gefördert werden. „Wer Feuerwehrleute beschäftigt, sollte sie nicht nur als Kostenfaktor sehen, sondern als einen Unternehmenswert“, sagte Stich. Der Betrieb könne mit der Auszeichnung aktiv für die ehrenamtliche Hilfeleistung werben.

Minister Lewentz betonte: „Wir haben in Rheinland-Pfalz rund 55.000 Aktive in den Freiwilligen Feuerwehren. Sie sind ein wichtiger Teil unserer sozialen Kultur und damit ein Fundament der Gesellschaft.“ In den vergangenen Jahren sei die Feuerwehr im Durchschnitt zu 40.000 Einsätzen pro Jahr ausgerückt. „Ich freue mich über jeden Arbeitgeber, der Feuerwehranghörige für ihre Hilfeeinsätze problemlos freistellt und unterstützt“, fügte Lewentz hinzu.

LFV-Präsident Frank Hachemer: „Die Feuerwehren freuen sich über die so deutliche Unterstützung durch das Innenministerium – das unterstreicht, dass es nicht einfach darum geht, den Feuerwehren ihre Arbeit zu erleichtern. Es geht um die Existenz! Die sinkenden Bevölkerungszahlen und viele andere Faktoren lassen die Mitgliederzahlen ohne Verschulden der Feuerwehren sinken. Da müssen alle gesellschaftlichen Kräfte gemeinsam gegenwirken.“ Gerade für die Wirtschaft sei dies besonders wichtig: „Wenn die Feuerwehr aus Personalmangel nicht mehr schnell genug helfen kann, dann wird aus einem kleinen Schaden schnell eine Existenzgefährdung für ein Unternehmen. Wenn Kunden sich bei Produktions-Ausfällen oder Verlusten im Lager bei anderen Lieferanten orientieren, kommen sie später meist nicht zurück – das Aus droht dann schnell.“

Es sei also im eigenen Interesse der Arbeitgeber, Feuerwehr-Aktive aus ihren Belegschaften zu unterstützen, so der Präsident.

Die ausgezeichneten Institutionen:

Handwerkskammer Koblenz

Handwerk und Feuerwehr sind traditionell eng miteinander verbunden. Unter den Feuerwehrleuten sind viele Handwerker. Viele Handwerksbetriebe unterstützen das Engagement ihrer Mitarbeiter, die sich bei den Wehren einbringen und im Notfall den Betrieb verlassen müssen. Die Auszeichnung der Handwerkskammer Koblenz steht damit stellvertretend für alle Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. Desweiteren haben die Handwerkskammer und der Landesfeuerwehrverband seit 2010 ein gemeinsames Projekt, um Angehörige der Jugendfeuerwehr für handwerkliche Berufe zu interes­sier­en. In diesen Technik Workshops können Jugendliche in Handwerksberufe reinschnup­pern und bekommen hierfür einen Bildungspass, der Ihnen bei Bewerbungen helfen kann. Erweitert wurde dieses Projekt in diesem Jahr mit Berufspraktika für junge Erwachsene im Alter von 16 – 25 Jahren incl.einer Ausbildungsberatung. Dieses Projekt wurde im Jahr 2014 durch das ISIM mit 25.000 € gefördert.

Industrie- und Handelskammer Koblenz

Als Interessenvertretung der mittelständisch geprägten Wirtschaft leistet die IHK einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung von Rahmenbedingungen, in denen sich Unter­nehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich entfalten können. Auch hier bündeln sich viele Arbeitnehmer, die im Einsatzfall von ihren Arbeitgebern frei gestellt werden und den Schutz der Bevölkerung gewährleisten können. Darum wird das Förderschild stellvertre­tend für alle Wirtschaftsunternehmen in Rheinland-Pfalz an die IHK Koblenz übergeben.

Sparkassenversicherung

Bereits am 1. August 1777 nahm die Brandversicherungskammer Darmstadt ihren Betrieb als Gebäudefeuermonopolversicherer im südhessischen Gebiet und in der damaligen Provinz Rheinhessen (den heutigen Landkreisen Alzey-Worms, Mainz-Bingen und den kreisfreien Städten Worms und Mainz) auf. Am 1. Februar 1807 wurde die Nassauische Brandversicherungsanstalt in Wiesbaden (Landkreise Rhein-Lahn und Westerwald) gegründet. Neben Maßnahmen des vorbeugenden baulichen Brandschutzes und der verpflichten­den Kontrolle von Feuerstätten und Feuerwehrgerät förderten die Brandversicherer Anfang des 19. Jahrhunderts auch die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren. Das Förderschild „Partner der Feuerwehr“ wird der Sparkassenversicherung als „Geburts­helfer“ der Freiwilligen Feuerwehren, aber auch als Arbeitgeber, der zahlreiche ehren­amtlichen Feuerwehrangehörige beschäftigt, verliehen.

Kreisverwaltung Westerwald

Die Kreisverwaltung ist sowohl Aufgabenträger im Sinne des Brand-und Kata­stro­phenschutzgesetzes (LBKG) als auch Arbeitgeber. Gerade öffentliche Verwaltungen sollten sich der Verantwortung bewusst sein, Arbeitsplätze auch mit ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen zu besetzen, damit die Tagesalarmbereitschaft im eigenen Bereich gesichert ist. Die Kreisverwaltung Westerwald ist hierfür ein Garant. Sie beschäftigt zahlreiche Feuerwehrangehörige in ihrer Verwaltung und den ange­hörenden Servicebetrieben wie dem Bauhof. Sie wird stellvertretend für die öffentlichen Verwaltungen als Arbeitgeber ausgezeichnet.

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