25. Ordentlicher GdP-Bundeskongress in Berlin: Resolution – „Leben in Sicherheit“

11. November 2014 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat einen neuen geschäftsführenden Bundesvorstand- Die 252 wahlberechtigten Delegierten des 25. Ordentlichen GdP-Bundeskongresses in Berlin statteten das neunköpfige Vorstandsgremium am Montag mit einem soliden Vertrauensvorschuss aus.
Als GdP-Bundesvorsitzender bestätigt wurde Oliver Malchow aus Schleswig-Holstein. Der 51-jährige Kriminaloberrat hatte im Mai vergangenen Jahres das Amt von seinem Vorgänger Bernhard Witthaut übernommen, der seit November 2010 die mitgliederstärkste Arbeitnehmervertretung der Polizeibeschäftigten in Deutschland anführte. Mitte 2013 war Witthaut zum Polizeipräsidenten Osnabrücks berufen worden.Die Berliner Polizeiangestellte Kerstin Philipp (51) und der Uelzener Polizeihauptkommissar Jörg Radek (54) wurden ebenso in ihren Ämtern als stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende bestätigt wie der Erste Polizeihauptkommissar Arnold Plickert (57) aus Herne sowie der Braunschweiger Polizeihauptkommissar Dietmar Schilff (52).

Jörg Bruchmüller (55), Erster Polizeihauptkommissar aus Wehretal in Hessen, übernimmt erstmals das Amt des Bundeskassierers und folgt dem Brandenburger Andreas Schuster (55), der 16 Jahre das Amt inne hatte.

Der Baden-Württemberger Polizeihauptkommissar Rüdiger Seidenspinner (54) ist neuer GdP-Bundesschriftführer.

Als weitere Mitglieder des Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstandes gewählt wurden die niedersächsische Polizeiangestellte Elke Gündner-Ede (58) und erstmals in dieses Gremium der bayerische Erste Polizeihauptkommissar Clemens Murr (48).

 

 

Der Kongress verabschiedete folgende Resolution:
Leben in Sicherheit gibt es nur mit einer hervorragend ausgebildeten sowie personell und technisch gut aufgestellten Polizei
Berlin. Die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland wollen in Sicherheit und in Frieden und Freiheit leben. Sie vertrauen der rechtsstaatlichen Arbeit der Sicherheitsbehörden. Die Sicherheit, in der wir leben, ist eine entscheidende Voraussetzung für sozialen Frieden, für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, für Chancengleichheit und für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Diese Werte unserer Gesellschaft müssen jedoch jeden Tag aufs Neue erarbeitet und – wo nötig – auch verteidigt werden. Die Polizeien von Bund und Ländern erfüllen den gesellschaftlichen Auftrag zur Bewahrung unserer Werte stetig unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen.
Die Gegner der Demokratie, der Aufklärung und des Pluralismus fordern die wehrhafte Demokratie, ihre Polizei und die Sicherheitsbehörden heraus. Diese Gegner unserer Gesellschaftsordnung und unserer Werte kommen nicht nur von außen, sondern sie sind auch die Kinder unserer Gesellschaft. Wenn heute extremistische Gruppierungen, religiöse Fundamentalisten oder Sportgewalttäter einen immer stärkeren Zulauf erfahren, ist das eine beängstigende Realität, vor der wir nicht die Augen verschließen sollten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) setzt sich für einen konsequent rechtsstaatlichen, aber auch restriktiven Umgang mit Gewalttätern und Demokratiegegnern jeglicher politischen Prägung ein, ohne dabei die Prävention gegen Gewalt, Extremismus und Fundamentalismus aus dem Auge zu verlieren. Es sind offenkundig stärkere Anstrengungen nötig, um allen hier lebenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Werte unserer Demokratie zu verdeutlichen und für diese Gesellschaftsordnung zu werben.

Die moderne Kommunikationsgesellschaft weist viele Vorteile, aber auch Risiken auf. Die GdP fordert den Gesetzgeber auf, der Polizei die Instrumente zur Verfügung zu stellen, die für eine effektive Strafverfolgung, auch im Internet, notwendig sind. Die Gewährleistung von Sicherheit im Alltag, ob auf öffentlichen Straßen oder im Privaten und auch in den Kommunikationsmedien ist nur möglich, wenn die Polizei in Deutschland mit ausreichendem Personal ausgestattet ist. Darüber hinaus benötigt die Polizei klare gesetzliche Regelungen und eine gute technische Ausstattung, um ihre gesetzlichen Aufgaben erfüllen zu können. Die GdP stellt fest: Der massive Abbau an Personal der Polizeien in Deutschland ist eine fatale Fehlentscheidung der politisch Verantwortlichen. Wer die Polizei schwächt, schwächt die Bürgerinnen und Bürger und damit das gesamte demokratische Gemeinwesen.

Diesen personellen Aderlass durch immer mehr private Sicherheitsdienste verbunden mit der Übertragung von hoheitlichen Aufgaben begegnen zu wollen, wird von der GdP abgelehnt. Einer verstärkten Kooperation mit privaten Sicherheitsunternehmen steht dieser Grundsatz nicht entgegen.

Die Bürgerinnen und Bürger vertrauen aber insbesondere ihrer Polizei und den dort arbeitenden Menschen. Deshalb ist klar: Neben der notwendigen gesellschaftlichen Debatte und sofortigem Handeln, was unser Gemeinwesen angeht, haben die Menschen, die für die wichtige Aufgabe „Innere Sicherheit“ einstehen, wenn nötig mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, attraktivere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung durch die Politik verdient.

Leben in Sicherheit gibt es nur mit einer hervorragend ausgebildeten sowie personell und technisch gut aufgestellten Polizei.

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