Kripo in Sachsen überaltert

10. November 2014 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Sachsen | Drucken

Das notwendige Umdenken bei der Einstellungspraxis und der Aus- und Fortbildung der Kriminalpolizei ist Thema des 8. Landesdelegiertentages des BDK Sachsen.

Auf dem 8. Landesdelegiertentag des Bund Deutscher Kriminalbeamter – Landesverband Sachsen am 7. November 2014 stellten Kriminalbeamte aus ganz Sachsen unter dem Motto „Kripo 2020 – Investition in die Zukunft“ die Zukunftsfähigkeit der Kriminalpolizei im Freistaat Sachsen in den Mittelpunkt. Betrachtet wurden Probleme der Altersstruktur der Kriminalpolizei, Defizite in der Aus- und Fortbildung, der Einstellungspraxis und der nicht hinreichenden Unterlegung kriminalpolizeilicher Erfordernisse in der Polizeiorganisation.

Der BDK–Landesverband Sachsen begrüßt die Entscheidung im Entwurf des Koalitionsvertrages zur Neueinstellung von 400 Polizeianwärtern und 100 Spezialisten, sieht aber eine bloße Aufstockung des Einstellungskorridors als nicht hinreichend an.

Bis zum Jahr 2020 werden in Sachsen ca. 550 gut ausgebildete Kriminalisten pensioniert.

BDK–Landesvorsitzender Peter Guld:

„Mit der Pensionierung dieser Kriminalisten wird mittelfristig ein erheblicher Verlust von Erfahrungs- und Expertenwissen stattfinden. Der BDK sieht das Erfordernis der Einleitung geeigneter Interventionsmaßnahmen, um dieses zu verhindern.“

Aus Sicht des BDK zählen dazu:

die frühzeitige Auswahl von geeigneten Bewerbern innerhalb der Polizei für eine Verwendung in der Kriminalpolizei (interne Personalgewinnung)
Rückkehr von der allgemein-polizeilichen Ausbildung zur Spezialausbildung für Kriminalisten
Ermöglichung des Direkteinstieges von Bewerbern in die Kriminalpolizei
Einstellung von speziell ausgebildeten Bewerbern aus der freien Wirtschaft für Spezialverwendungen in der Kriminalpolizei

Die Delegierten stellten auf der Tagung fest, dass nur mittels dieser Maßnahmen eine weitere qualifizierte kriminalistische Arbeit in weiten Teilen Sachsen gewährleistet werden kann.

BDK–Landesvorsitzender Peter Guld:

Durch die einseitige Orientierung auf den „Generallisten“, dem allgemein einsetzbaren Polizisten in der sächsischen Polizei, wurde die Kriminalpolizei dem Wichtigsten beraubt, dem, was die Identifizierung mit dem Berufsbild ausmacht: das Berufsverständnis des Kriminalisten. Eine etwa zweihundertjährige Tradition wurde ohne Not aufgegeben.

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