Bilanz Fußballsaison 2013/14: Zahl der Verletzten bundesweit gestiegen

10. Oktober 2014 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen | Drucken

Fast zwei Millionen Einsatzstunden investierten Polizeibehörden in der Saison 2013/14 bundesweit in die Sicherheit von Fußballspielen der Vereine der 1. und 2. Liga. „Dieser Trend darf so nicht weitergehen. Knapp 1.500 Polizistinnen und Polizisten haben so ein ganzes Jahr lang keine andere Aufgabe, als ausschließlich Fußballspiele zu begleiten“, sagte Innenminister Ralf Jäger heute in Düsseldorf. „Das kann man dem Bürger nicht mehr erklären.“
Deshalb hat NRW zur neuen Saison ein Pilotprojekt bei Fußballspielen gestartet, das neue Akzente bei der Planung von Ei-sätzen umsetzt. Das Ziel ist mehr Freiraum für die friedlichen Fans und eine Reduzierung der Einsatzkräfte. Wo
immer es möglich ist, wird auf eine Begleitung der Fans verzichtet und die sichtbare Präsenz der Polizei reduziert. „Der Erfolg gibt uns recht“, sagte Jäger. „Das neue Konzept hat sich bislang bewährt.“ Bei den vergleichbaren Spielbegegnungen aus der Pilotphase reduzierte sich die Zahl der eingesetzten Beamtinnen und Beamten in den ersten zwei Monaten um mehr als 1.100. Das ist ein Minus von über 20 Prozent.
Angestiegen ist laut Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg auch die Zahl der verletzten Personen in der Saison 2013/14. 1281 Menschen wurden verletzt. Im langfristigen Vergleich bestätigt sich ein kontinuierlicher Negativtrend. Das gilt sowohl für die Anzahl verletzter
Personen als auch für die Entwicklung der Einsatzbelastung. In beiden Bereichen stiegen die Zahlen mit wenigen Ausnahmen in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich an. „Wir wollen und müssen neue Wege gehen. Unser Konzept ermöglicht es die zur Verfügung stehenden Kräfte noch zielgerichteter einzusetzen. Wir geben den friedlichen Fans mehr Freiraum und stellen
gleichzeitig bei Risikospielen umfassende Polizeikräfte zur Verfügung“, erläuterte Jäger. Der Innenminister ist sicher, dass das Projekt durch den reduzierten Personalansatz auch für weniger Konfliktpotential zwischen Fans und Polizei sorgt. „Es liegt nicht nur an der NRW-Polizei sondern auch an den Fans, den Vereinen sowie DFB und DFL, dieses Konzept zu einem Erfolg zu machen. Gemeinsam haben wir eine Chance, den langjährigen Negativtrend zu durchbrechen.“
Jäger machte aber auch deutlich, dass die Polizei die Verfolgung von Straftätern bei Fußballspielen intensiv fortsetzen wird. „Die Polizisten gehen weiterhin konsequent gegen jede Form von Gewalt vor“, betonte der Minister. „Die friedlichen Fans können sich auf die Polizei verlassen.“