NRW-Kampagne gegen Taschendiebe: „Augen auf und Tasche zu!“

29. September 2014 | Themenbereich: Kriminalität, Nordrhein Westfalen | Drucken

„Augen auf und Tasche zu! Langfinger sind immer unterwegs“ lautet das Motto einer landesweiten Kampagne gegen  Taschendiebstahl. Die Diebe greifen oft dort zu, wo das Gedränge am Größten ist – also am Bahnhof, auf Marktplätzen, in
Fußgängerzonen, in Kaufhäusern, bei Messen oder Volksfesten. „Jeder kann Opfer von Taschendieben werden“, betonte Innenminister Ralf Jäger heute in Essen bei der Eröffnung der Aktionswoche der NRW-Polizei zur Bekämpfung des
Taschendiebstahls. „Die NRW-Polizei geht konsequent gegen Taschendiebe vor.
Gerade in Fußgängerzonen, wo sich viele Menschen aufhalten, sind die Polizistinnen und Polizisten in zivil und uniformiert im Einsatz.“ Über 29.000 Mal haben Taschendiebe im ersten Halbjahr 2014 in NRW bereits zugegriffen. Im letzten Jahr haben diese Täter 135 Diebstähle pro Tag begangen. „Diese Zahlen sind alarmierend. Der Verlust des Portemonnaies, Handys und Schlüssels bedeuten für die Betroffenen einen Identitätsdiebstahl“, machte Jäger deutlich. „Persönliche Gegenstände und Fotos im Smartphone sind häufig für immer verloren. Im schlimmsten Fall wird das Konto leer geräumt und mit dem Personalausweis teure Abonnements und Käufe getätigt.“
Innenminister Ralf Jäger kam bei der Eröffnung der Aktionswoche gegen Taschendiebe mit Opfern ins Gespräch, die ihr persönliches Schicksal darstellten. Hier ein Beispiel: Maike N. (46 Jahre) war in einem Kaufhaus auf der Suche nach einem
Einkaufsschnäppchen. Als sie an einem Kleidungsständer nach schöner Kleidung suchte, stand auf einmal eine andere vermeintliche Kundin neben ihr. Die Unbekannte versuchte mit einer von dem Kleidungsständer genommenen Hose, die
Handtasche der 46-Jährigen zu verdecken, um so unbemerkt die Geldbörse zu entwenden. Nicht gerechnet hatte sie allerdings mit einer Zeugin. Frau B. beobachtete die Taschendiebin und alarmierte die andere Kundin. Gemeinsam informierten sie die Polizei und hielten die Täterin bis zum Eintreffen der Beamten fest. Die 46-Jährige ist nun vorsichtiger geworden. „Ich werde meine Wertsachen in Zukunft noch enger am Körper tragen“, erläuterte die Geschädigte.
„Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen, ist sehr wichtig im Kampf gegen Kriminalität“, sagte Jäger. „Es gehört Mut dazu, einzuschreiten und anderen zu helfen. Die Zeugin hat in dem Fall sehr gut reagiert. Sie hat die Geschädigte vor den schlimmen Folgen eines Taschendiebstahls bewahrt.“ Die Ermittlungen der Polizei werden dadurch erschwert, dass die Opfer häufig den Diebstahl erst später bemerken. Deshalb ist es oft so schwierig, den genauen Tatort zu bestimmen und den möglichen Täter zu ermitteln. Beobachtungen durch den Bestohlenen oder Zeugen sind daher selten. Täterbeschreibungen sind die Ausnahme.
Die Facetten der Taschendiebe sind vielseitig. Oft gehen die Trickdiebe arbeitsteilig in Teams vor. Sie lenken die Opfer ab. Die Geschädigten werden angerempelt, im Gedränge wird ein Stau provoziert. Häufig geben sie auch vor, nach der Uhrzeit oder dem Weg zu fragen. Ein Mittäter nimmt die Geldbörse oder das Handy aus den Taschen der Opfer und verschwindet unauffällig.
„Deshalb ist Vorbeugung das beste Mittel gegen Taschendiebe“, sagte der Innenminister. „Schon einfache Verhaltensmaßnahmen sind geeignet, Taschendiebstahl zu verhindern. Schützen Sie sich durch gefahrenbewussten
Umgang mit Ihren Wertsachen.“
Weitere Informationen, wie man sich vor Taschendieben schützen kann, sind abrufbar unter www.nrw-gegen-taschendiebe.de .

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