Sicherheit bei Fußballspielen: Zahl der Polizeikräfte sinnvoll anpassen

26. September 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) unterstützt die Linie von Innenminister Ralf Jäger (Nordrhein-Westfalen), die Zahl der eingesetzten Polizeibeamten zum Schutz von Fußballspielen an die jeweilige Spielbegegnung anzupassen. Eine erste Bilanz, der Anfang August von Jäger angekündigten Strategie, legte der Innenminister heute in Düsseldorf vor.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Ralf Jäger zieht die richtige Konsequenz aus der zunehmenden Belastung der Einsatzkräfte, die zum Schutz von Fußballspielen Woche für Woche rund um die Stadien für Sicherheit sorgen. Allein in der Saison 2012/13 summierten sich die Einsatzstunden von Polizeikräften aus Bund und Ländern bundesweit auf fast 1,8 Millionen Einsatzstunden. Das entspricht Ausgaben von fast 100 Millionen Euro im Jahr. Es ist also zwingend, allein um den Steuerzahler nicht weiter zu belasten, die Notbremse zu ziehen. Das Innenministerium liegt richtig, wenn es eine genaue Analyse von risikoreichen Spielbegegnungen vornimmt und bei bestimmten Partien zu dem Schluss kommt, weniger Polizisten einzusetzen, ohne dass es zu Lasten der Sicherheit geht.“

Allein in Nordrhein-Westfalen werden Einsatzhundertschaften der Polizei bereits zu einem Drittel nur bei Fußballspielen eingesetzt. Auch der DPolG Landesvorsitzende Erich Rettinghaus begrüßt das neue Einsatzkonzept der Polizei: „Stärker auf verdeckte Einsatzkräfte zu setzen, die lageabhängig und zurückhaltend am jeweiligen Spieltag agieren, sollte Schule machen in anderen Bundesländern. Die erste Bilanz zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind. Die lageangepasste Kräftereduzierung ist ein Schritt von vielen, um den Fußball wieder auf das zu reduzieren was es ist: Ein sportives Ereignis für die ganze Familie. Die wenigen gewaltbereiten Straftäter gilt es weiterhin mit allen Möglichkeiten zu isolieren und von Spielen fernzuhalten.“

Zur Komplettierung des Konzepts fordert die DPolG, intensiver als bisher Vereine und Verbände in die Pflicht zu nehmen, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans zu vermeiden und sich an den Kosten für Polizeieinsätze zu beteiligen. Aber auch der Austausch mit Fangruppierungen ist weiter zu intensivieren. Gewalttäter dürfen sich nicht in friedliche Fangruppierungen zurückziehen, um so möglichen polizeilichen Maßnahmen zu entgehen. Wir benötigen ein Gesamtverständnis von einem friedlichen gewaltfreien Spiel. Wer die Regeln missachtet wird isoliert und ausgeschlossen. Das Wir entscheidet letztlich über friedliche Spiele.

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