Doppelt hilft besser: Das Saarland macht den „zweiten Erste-Hilfe-Kurs“

24. September 2014 | Themenbereich: Saarland, Verkehr | Drucken

Bei der Verbrauchermesse „Welt der Familie“ rufen das Landespolizeipräsidium und die Kampagne „Runter vom Gas“ am Donnerstag, 25. September, zum „zweiten Erste-Hilfe-Kurs“ auf. Das gemeinsame Ziel ist es, Verkehrsteilnehmer zu motivieren, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufri-schen, um mehr Leben zu retten. Der Aufruf ist Teil einer bundesweiten Initiative, die neben regi-onalen Hilfsorganisationen auch der Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen unterstützt.

Nach einem Verkehrsunfall können die ersten Minuten über Leben und Tod der Verletzten entscheiden. Erschreckende Tatsache: Viele Verkehrsteilnehmer trauen sich nicht zu, Erste Hilfe zu leisten. Laut aktuellen Zahlen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kennt nur etwa jeder dritte deutsche Autofahrer die wichtigsten Handgriffe; bei der Mehrheit liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück. Im Saarland soll sich das bald ändern. Das Landespolizeipräsidium und die Kampagne „Runter vom Gas“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Ver-kehrssicherheitsrats (DVR) setzen sich gemeinsam dafür ein, Verkehrsteilnehmer zu einem „zweiten Erste-Hilfe-Kurs“ zu motivieren. „Runter vom Gas“ ist neben Verkehrssicherheitsberatern der Zentralen Verkehrspolizeilichen Dienste (ZVD) am Donnerstag, 25. September, ab 14:00 Uhr am Stand der Landesregierung in Halle 1 auf dem Messegelände präsent. Um das Interesse für einen „zweiten Erste-Hilfe-Kurs“ zu wecken, werden Wiederbelebungsmaßnahmen praktisch vorgeführt. Des Weiteren verteilen Kampagnenvertreter von „Runter vom Gas“ Informationen zum richtigen Verhalten am Unfallort sowie Warnwesten an die Besucher.

„Rund zehn Prozent der tödlich Verunglückten könnten jährlich durch Erste Hilfe gerettet werden. Es ist also entscheidend wichtig, dass möglichst alle Verkehrsteilnehmer ihr Wissen in Erster Hilfe auffrischen. Machen Sie den ‚zweiten Erste-Hilfe-Kurs’! Gemeinsam können wir die Zahl der tödlich Verunglückten weiter senken“, sagte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim BMVI, zum Auftakt der Initiative „Zweite Erste Hilfe“ in Berlin.

„Wer hilft, kann nichts falsch machen“

Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR: „Wir gehen davon aus, dass nur jeder Dritte einem Schwerverletzten überlebensnotwendige Erste Hilfe leisten kann.“ Doch nicht nur Wissenslücken hindern die Menschen daran, sofort zu handeln. „Viele Verkehrsteilnehmer fürchten negative Konsequenzen, falls sie einen Fehler machen. Dabei gilt: Wer bei einem Unfall Erste Hilfe leistet, kann juristisch nichts falsch machen. Es geht also nicht um ‚Helfen – ja oder nein’, sondern um das ‚Gewusst wie’.“
Polizeihauptkommissar Clemens Gergen (ZVD) unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Viele Verkehrsteilnehmer wissen nicht, wie sie sich am Unfallort verhalten sollen und hoffen, nie in die Situation des Ersthelfers zu geraten. Das möchten wir ändern. Unser Ziel ist es, den Bürgern Mut zu machen und im Notfall den Verletzten aktiv zu helfen statt nur hilflos dabei zu stehen.“

Bundesweite Aktionen zur „Zweiten Ersten Hilfe“

Die Veranstaltung in Saarbrücken ist Teil einer bundesweiten Partnerinitiative von „Runter vom Gas“. Zusammen mit Landesregierungen, Polizeien sowie regionalen Hilfsorganisationen will die Verkehrssicherheitskampagne mit insgesamt zehn Veranstaltungen in den Bundesländern den Verkehrsteilnehmern den Zugang zu Erster Hilfe vereinfachen. Prominenter Unterstützer der Initiative ist der Mediziner, Kabarettist und TV-Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen. Er gab am 19. September bei einer Pressekonferenz in Berlin zusammen mit dem BMVI, DVR und DRK den Startschuss für die Aktionen der Bundesländer. Unter www.zweite-erste-hilfe.de finden sich ab sofort alle Termine sowie Kampagnenmaterial und Informationen zum richtigen Verhalten am Unfallort.

„Runter vom Gas“

Das Leben ist viel zu schön, um es leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Unter diesem Motto machen sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen stark. Der Grundgedanke: Mit einer emotionalen und positiven Ansprache will „Runter vom Gas“ alle Verkehrsteilnehmer für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren. Gestartet im Jahr 2008, thematisiert die Kampagne seit 2011 neben unangepasster Geschwindigkeit eine Vielzahl von Ursachen schwerer Unfälle – zum Beispiel Alkohol am Steuer, Ablenkung, gefährliches Überholen und dichtes Auffahren, insbesondere auf Landstraßen. Zudem wirbt „Runter vom Gas“ für das Anschnallen in Kraftfahrzeugen und das Tragen von Fahrradhelmen.