Mehr Eigenverantwortung statt Pflichtuntersuchungen für ältere Verkehrsteilnehmer

2. September 2014 | Themenbereich: Brandenburg, Verkehr | Drucken

Innenminister Ralf Holzschuher hat die Verkehrsteilnehmer zu verstärkter Eigenverantwortung im Straßenverkehr aufgerufen. „Der Staat kann Rahmenbedingungen für sichere Verkehrsteilnahme schaffen und mit Überwachung Einfluss auf die Einhaltung der Regeln nehmen. Er kann aber nicht eigenverantwortliches Handeln der Bürgerinnen und Bürger ersetzen“, sagte Holzschuher anlässlich des landesweiten Aktionstages „Senioren im Straßenverkehr“ am Dienstag in Potsdam. Der Minister besucht am Nachmittag eine Informationsveranstaltung der Polizei für Senioren in Brandenburg an der Havel.

Holzschuher wandte sich angesichts einer zunehmenden Zahl von Seniorenunfällen zugleich gegen Forderungen nach Pflichtuntersuchungen für ältere Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Unfälle mit Seniorenbeteiligung erneut – und zwar um 2,3 Prozent auf gut 14.300 Unfälle. Dabei wurden 53 Senioren (2012: 47) getötet und 1.563 (1.486) Ältere verletzt. Bei sieben von zehn Unfällen mit Seniorenbeteiligung waren die älteren Verkehrsteilnehmer die Hauptunfallverursacher.

Die Zunahme von Seniorenunfällen führte Holzschuher auf die steigende Zahl älterer Menschen im Land, vor allem aber auf das deutlich gestiegene Bedürfnis nach Mobilität auch im hohen Alter zurück. „Wichtig ist deshalb, dass sich ältere Verkehrsteilnehmer wie alle anderen Verkehrsteilnehmer ihrer individuellen Risiken bewusst sind und ihr Verhalten danach ausrichten“, sagte Holzschuher. „Ältere Verkehrsteilnehmer sollten ihre Leistungsfähigkeit selbstkritisch prüfen und Seh- und Hörvermögen vom Arzt kontrollieren lassen. Das ist nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse.“

Der Innenminister unterstrich dabei die Bedeutung der Prävention zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit: „Aufklärung über Risiken ist wichtig. Nur wer die Probleme kennt, kann mit ihnen auch verantwortungsvoll umgehen. Deshalb ist es wichtig, dass sich nicht nur die Polizei dieser Aufgabe annimmt. Alle, die etwas dazu beitragen können, müssen eng zusammenarbeiten. Deshalb begrüße ich es, dass auch Verkehrswacht, Hilfsorganisationen, Optiker, Hörgerätespezialisten, Apotheker und andere sich am heutigen Aktionstag beteiligen. Die Polizei wird ihren Beitrag dazu leisten. Deshalb werden die ursprünglichen Kürzungspläne bei der Prävention der Polizei vollständig zurückgenommen.“

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.