Die Abschnittskontrolle als Strecken-Geschwindigkeitsüberwachung kommt!

2. September 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt das heute vom Niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius angekündigte Vorhaben, die Abschnittskontrolle (auch bekannt unter „Section Control“) als besondere Form der effektiven Strecken-Geschwindigkeitsüberwachung einzuführen. DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nummer eins, nahezu jeder dritte Tote im Straßenverkehr ist auf diese Hauptunfallursache zurückzuführen. Die nun in Niedersachsen beabsichtigte Kontrollart der streckenhaften Geschwindigkeitsüberwachung, die insbesondere auch auf Landstraßen unfallreduzierend eingesetzt werden kann, wird deshalb von uns unterstützt.“.

Als Abschnittskontrolle wird ein Messsystem bezeichnet, bei dem die Geschwindigkeit nicht punktuell an einem bestimmten Ort, sondern vielmehr die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke gemessen wird. Das Messverfahren besteht darin, dass ein Fahrzeug, welches in den zu überwachenden Abschnitt einfährt, an einer ersten Messbrücke erfasst wird. Bei der Ausfahrt dieses Fahrzeugs aus dem zu messenden Bereich wiederholt sich dieser Prozess an einer zweiten Messbrücke. Aus der Abschnittslänge und der Zeitdifferenz wird sodann mittels Weg-Zeit-Berechnung die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Dabei ergibt sich die jeweilige Abschnittslänge aus der kürzesten Verbindung zwischen Ein- und Ausfahrt, so dass Fahrstreifenwechsel oder vorhandene Kurvenverläufe keinen Einfluss haben. Sofern die Berechnung im Ergebnis eine Geschwindigkeitsüberschreitung aufweist, löst die Anlagensteuerung eine an einer dritten Brücke montierte „Verstoßkamera“ zur Erstellung eines Frontfotos aus. Dies dient der Beweisführung im sich anschließenden Ordnungswidrigkeitenverfahren. Sofern das Ergebnis der berechneten Durchschnittsgeschwindigkeit unter dem angeordneten Geschwindigkeitslimit liegt, werden alle zugehörigen Daten sofort automatisiert gelöscht.

Rainer Wendt: „Das Messsystem sorgt für die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit auf dem gesamten definierten Streckenabschnitt, wobei diese Strecke durchaus mehrere Kilometer umfassen kann. Auf diese Weise wird die Verkehrssicherheit in Gefahrbereichen, z. B. auf Unfallhäufungsstrecken, in Tunnelanlagen oder in Baustellenbereichen wirksam erhöht. Darüber hinaus akzeptieren Verkehrsteilnehmer die Abschnittskontrolle als gerechtere Methode, da jede Fahrzeuggeschwindigkeit streckenbezogen gemessen und nur die durchschnittliche Geschwindigkeitsüberschreitung verfolgt wird. So können kurzzeitige, unbeabsichtigte Überschreitungen im Abschnittsbereich ausgeglichen werden. Nicht zuletzt deswegen wird diese Messmethode auch erfolgreich in den Niederlanden, in Österreich und in der Schweiz eingesetzt.“.

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