‚Roter Flash‘ und ‚Yelp‘ bei Polizeifahrzeugen

26. August 2014 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Alle neuen Streifenwägen der Bayerischen Polizei werden ab jetzt mit neuen Anhaltesignalen ausgestattet. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in Nürnberg nach einem mehrmonatigen Praxistest bekannt gegeben. Es handelt sich dabei um ein nach vorne gerichtetes Blinklicht, der ‚rote Flash‘, und um einen speziellen Heulton, das ‚Yelp-Signal‘. „Unsere neuen Anhaltesignale haben sich bei Polizeikontrollen außerordentlich bewährt“, so der Innenminister zu den Erfahrungen. „Unsere Polizistinnen und Polizisten konnten dem Vorausfahrenden noch eindeutiger und klarer signalisieren, dass er anhalten soll. Alle Polizeipräsidien haben sich daher für die Einführung ausgesprochen.“ Die zusätzlichen Kosten für die neuen Anhaltesignale sind laut Herrmann überschaubar: Für den ‚roten Flash‘ fällt nur ein geringer Aufpreis von etwas mehr als 100 Euro pro Fahrzeug an. Das Yelp-Signal kann über die Software einfach aktiviert werden. Bis Ende 2014 sollen insgesamt rund 1.000 Streifenwägen der Bayerischen Polizei damit ausgestattet sein.

Bereits vorhandene Fahrzeuge mit Sondersignalanlagen der Vorgängerversion werden nach den Worten Herrmann aus wirtschaftlichen Gründen allerdings nicht nachgerüstet. Das liege daran, dass die Nachrüstung der älteren Blaulichtanlagen unverhältnismäßig teuer käme. „In zwei Jahren haben wir nahezu alle uniformierten Streifenwägen mit den neuen Anhaltesignalen ausgerüstet“, ist sich Herrmann sicher. Denn in den Fuhrpark der Bayerischen Polizei werde kräftig investiert: Allein im aktuellen Doppelhaushalt 2013/2014 stehen der Bayerischen Polizei knapp 36 Millionen Euro für die Modernisierung zur Verfügung. „Damit können wir rund 1.500 Leasingfahrzeuge durch Neuwägen ersetzen“, erläuterte Herrmann. „Zusätzlich kaufen wir knapp 500 hochmoderne Polizeifahrzeuge.“

Bislang wurde von der Polizei die rote Leuchtschrift ‚Stop Polizei‘ – auch in Verbindung mit dem Blaulicht – zur Anhaltung genutzt. Wie der Praxisversuch gezeigt hatte, konnten Verkehrsteilnehmer mit dem ‚Roten Flash‘ und ‚Yelp‘ schneller und sicherer angehalten werden. „In der Vergangenheit glaubten viele noch, dass die Polizei mit Blaulicht nur zügig vorbeifahren wollte“, erklärte der Innenminister die Problematik. In solchen Fällen musste die Polizei das Fahrzeug dann tatsächlich überholen. „Solche Überholmanöver können aber manchmal gefährlich sein. Auch zur Eigensicherung ist es für unsere Polizistinnen und Polizisten besser, das anzuhaltende Fahrzeug vor sich im unmittelbaren Blickfeld zu haben.“

Der ‚rote Flash‘ wird stets in Verbindung mit der Leuchtschrift ‚Stop Polizei‘ eingesetzt. Der Heulton ‚Yelp‘, der eine Klangfolge von nur wenigen Sekunden hat, ist ausschließlich für die Fälle gedacht, in denen die bisherigen Anhaltesignale keine Wirkung zeigen. „Das Yelp-Signal wird daher nur selten zu hören sein“, so Herrmann. Das bestätigte auch der Praxistest. Gerade nachts war das akustische ‚Yelp‘-Signal häufig nicht mehr zur Anhaltung notwendig. Blaulicht und ‚roter Flash‘ dürfen laut Herrmann nicht gemeinsam betrieben werden, damit es eine klare Trennung zwischen Einsatzfahrt und Fahrzeugkontrolle gibt.

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