Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr

25. August 2014 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Weniger Körperverletzungen und Sachbeschädigungen – Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat heute in München zusammen mit Prof. Gerd Neubeck, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn, Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung, und Präsident Hubert Steiger, Leiter der Bundespolizeidirektion München, ein positives Fazit zur Sicherheitslage im öffentlichen Personenverkehr in Bayern gezogen. „Die bayerische Kriminalstatistik zeigt: Unsere öffentlichen Verkehrsmittel werden immer sicherer“, betonte Herrmann. Der Innenminister führt diese Entwicklung insbesondere auf die hohe Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten sowie auf die sehr gute Kooperation zwischen Bayerischer Polizei, Bundespolizei, Deutscher Bahn und anderer Verkehrsbetriebe wie der MVG zurück. „Einen gewichtigen Anteil hat auch der beständige Ausbau der Videoüberwachung an Bahnhöfen, Haltestellen und Verkehrsmitteln“, betonte Herrmann weiter. „Daher setze ich mich mit Nachdruck dafür ein, die Videoüberwachung im öffentlichen Personenverkehr noch weiter auszubauen.“

Wie MVG-Chef König erläuterte, sind U-Bahn, Bus und Tram in München sichere Verkehrsmittel: „Das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, ist äußerst gering und nicht höher als im übrigen öffentlichen Raum. Dafür sorgen Polizei und U-Bahnwache, unterstützt durch Videoüberwachung und Einrichtungen wie die neuen MVG-Notfallsäulen. Daher ist das Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau.“ Laut Prof. Neubeck ist das Sicherheitsniveau auch beim Bahnfahren in Bayern sehr hoch: „Von Coburg bis Garmisch-Partenkirchen: Bahnfahren in Bayern ist sicher. In unseren Bahnhöfen und Zügen ereignet sich viel weniger als anderswo im öffentlichen Raum. Doch klar ist auch, jeder Zwischenfall ist einer zu viel.“ Die Sicherheit der Bahnreisenden liege deshalb der Bundespolizei besonders am Herzen, ergänzte der Münchner Direktionsleiter Steiger und betonte mit Blick auf Fußballrowdys: „Unser Ziel ist, dass friedliche Fußballfans und alle übrigen Fahrgäste unbesorgt und unbehelligt reisen können. Wer darauf keine Rücksicht nimmt, randaliert, andere Menschen bedroht oder gar verletzt, muss mit scharfen Konsequenzen bis hin zur Festnahme rechnen.“

Zwar sind die von der Bayerischen Polizei registrierten Straftaten im öffentlichen Personenverkehr nach der Polizeilichen Kriminalstatistik im letzten Jahr gegenüber 2012 um rund sieben Prozent auf 22.790 Fälle gestiegen. „Hier schlagen aber vor allem die Schwarzfahrer zu Buche“, so Herrmann. „Zur Abschreckung potentieller Schwarzfahrer setze ich mich daher dafür ein, das sogenannte ‚erhöhte Beförderungsentgelt‘ auf 60 Euro anzuheben.“ Erfreulich für den bayerischen Innenminister ist, dass die Zahl der Rohheitsdelikte, also insbesondere Körperverletzung, in öffentlichen Verkehrsmitteln im letzten Jahr von 2.237 (2012) auf 2.195 Fälle (2013) zurückging. Herrmann: „Ein vergleichbarer Trend zeigt sich auch schon für das Jahr 2014.“ Ebenfalls einen Rückgang gab es bei den Sachbeschädigungen, von 2.686 (2012) auf 2.451 Fälle (2013).

Laut Herrmann wurde die Videoüberwachung im öffentlichen Personenverkehr in den letzten Jahren auch Dank seiner Initiative und der kräftigen Förderung durch die Bayerische Staatsregierung kontinuierlich ausgebaut. In München sind mittlerweile in 58 S-Bahnhöfen und im Hauptbahnhof insgesamt 582 Kameras installiert. „Das sind 40 Bahnhöfe und 353 Kameras mehr als letztes Jahr“, erläuterte Herrmann. „Der Freistaat hat das mit mehr als zwei Millionen Euro vollständig finanziert. Zuschüsse in Höhe von rund drei Millionen Euro war uns beispielsweise die Vollausstattung der Münchner S-Bahnzüge wert.“ Darüber hinaus sind alle Münchner U-Bahnhöfe mit Videotechnik ausgestattet. Bei Bus und Tram der MVG sind inzwischen rund drei von vier Fahrzeugen videoüberwacht, bei der U-Bahn gut jeder fünfte Wagen.

In Nürnberg werden an den Bahnhöfen mittlerweile 88 Kameras betrieben (+5). „Dazu kommen 400 Kameras und damit 160 mehr im U-Bahnnetz Nürnberg/Fürth, die nun alle Bahnsteige und eine Vielzahl von Verteilergeschossen überwachen“, ergänzte Herrmann. An den Hauptbahnhöfen Fürth und Erlangen gebe es zumindest schon betriebliche Kameras. „Hier ist der schnelle weitere Ausbau nötig, damit die Polizei auf die Kameras zugreifen kann“, fordert Herrmann. Dringenden Nachholbedarf sieht der Innenminister auch noch in Augsburg, Regensburg und Ingolstadt: „Dort sind bislang an den Bahnhöfen keine Videoüberwachungsanlagen installiert.“ Wie Herrmann betont, trägt die Videoüberwachung nachweislich zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls bei und ist gerade bei der Aufklärung von Straftaten äußerst wirkungsvoll. So konnte beispielsweise der Fußballrowdy, der kürzlich auf einer U-Bahnfahrt zum Franken-Derby einen Feuerlöscher in eine entgegenkommende U-Bahn geworfen hatte, auch aufgrund von Videoaufnahmen schnell festgenommen werden. Ebenfalls dank der Videoüberwachung in einem Nachtbus in München konnte die Polizei einen gefährlichen Sexualstraftäter festnehmen, der über Monate hinweg Frauen aufgelauert hatte.

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