Weniger Verkehrsunfälle, mehr Unfalltote

11. August 2014 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Eine gemischte Bilanz hat heute Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann bei der bayerischen Verkehrsunfallstatistik für das 1. Halbjahr 2014 gezogen. „Wir hatten zwar in der ersten Jahreshälfte insgesamt etwas weniger Verkehrsunfälle auf Bayerns Straßen, dafür aber mehr Verletzte und Getötete.“ Auffällig stark sind laut Verkehrsminister die Unfälle mit Zweiradfahrern und Fußgängern gestiegen. Hauptunfallursache für schwere Unfälle sei weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. Mit Blick auf das Bayerische Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ kündigte Herrmann weitere intensive Verkehrskontrollen der Bayerischen Polizei an.

Von Januar bis Juni dieses Jahres nahm die Bayerische Polizei 176.522 Verkehrsunfälle auf (Vorjahreszeitraum: 180.792). 291 Menschen kamen ums Leben (+3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), 32.370 Personen wurden verletzt (+5,3 Prozent). 7.320 Verkehrsunfälle waren auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. „Auch wenn das einen satten Rückgang von 34,8 Prozent bei Geschwindigkeitsunfällen bedeutet, können wir damit nicht zufrieden sein“, betonte Herrmann vor dem Hintergrund der 94 Menschen, die durch überhöhte Geschwindigkeit getötet wurden (+4,4 Prozent). „Unsere konsequente Geschwindigkeitsüberwachung zeigt zwar schon Wirkung. Für die Unbelehrbaren werden wir aber unser hohes Kontrollniveau beibehalten und beispielsweise noch im Herbst einen einwöchigen bayerischen Blitzmarathon durchführen.“

Starke Anstiege gab es im 1. Halbjahr 2014 bei den Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern (+29,3 Prozent auf 4.362 Verkehrsunfälle). 60 Motorradfahrer wurden dabei getötet (2013: 56), 3.898 verletzt (2013: 2.983). Bei mehr als der Hälfte der Unfälle waren Motorradfahrer selbst die Unfallverursacher (54,5 Prozent). Ebenso nahmen die Radunfälle zu (+29,3 Prozent auf 6.685 Unfälle). 6.074 Radfahrer wurden dabei verletzt (2013: 4.677) und 36 getötet (2013: 22). Auch die Unfälle mit Fußgängern verzeichneten einen Anstieg (+3,3 Prozent auf 2.503 Unfälle). Hierbei kamen 41 Fußgänger ums Leben (2013: 32), 2.058 wurden verletzt (2013: 2.036). Herrmann geht davon aus, dass vor allem das vergleichsweise milde Wetter in den ersten Monaten zu diesen Anstiegen geführt habe. Bei Winterwetter seien alle vorsichtiger unterwegs. Trotz vieler Blechschäden gäbe es da weniger Tote und Verletzte.

Schwere Unfälle ereigneten sich laut Herrmann vor allem wieder auf den Landstraßen außerorts. Bei 49.091 Verkehrsunfällen (27,8 Prozent aller Verkehrsunfälle) wurden dort 10.761 Personen verletzt (33,2 Prozent der Verletzten) und 180 getötet (61,9 Prozent aller Getöteten). Die schweren Verkehrsunfälle auf den bayerischen Autobahnen gingen dagegen zurück. In den ersten sechs Monaten ereigneten sich dort 12.445 Verkehrsunfälle (2013: 13.607) mit 2.808 verletzten (2013: 2.965) und 36 getöteten Personen (2013: 43).