Reduzierung der sichtbaren Polizeipräsenz bei Fußballeinsätzen

6. August 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Nordrhein Westfalen | Drucken

Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG): Unterstützung für mutiges Projekt von Innenminister Ralf Jäger (SPD) – Vertrauen und Verantwortung für Fans und Vereine – Wende in der Diskussion um Gebührenregelung?

Mit Zustimmung hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Ankündigung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) aufgenommen, die sichtbare Präsenz von Polizeikräften bei Polizeieinsätzen anlässlich von Fußballspielen zu verringern. Gleichzeitig wird an Fans und Vereine appelliert, in eigener Verantwortung für friedliche Spiele und gewaltfreie Begegnungen zu sorgen.

DPolG-Landesvorsitzender Erich Rettinghaus (NRW) erklärte hierzu:

„Dieser Vorstoß ist mutig und zukunftsweisend, denn so wie bisher kann es nicht weitergehen. Wir lassen keinen Zweifel daran, dass die Polizei einschreitet, wenn Straftaten passieren, aber die kräftezehrende Rundum-Betreuung wird es nicht mehr geben. Die enge Abstimmung mit den Partnern in den Vereinen und Fanvertretungen ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie. Fans und Vereine erhalten viel Verantwortung, aber auch großes Vertrauen, das ist der richtige Weg.

Es war schon lange nicht mehr tragbar, dass jeder dritte Angehörige der Bereitschaftspolizei mit nichts anderem beschäftigt ist, als bei Fußballeinsätzen präsent zu sein. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden an etlichen anderen Stellen dringend gebraucht. Wir hoffen deshalb auf einen großen Erfolg dieses Pilotversuchs!“

Der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt hatte am vergangenen Wochenende in der Diskussion um eine Gebührenregelung, wie sie der Bremer Senat für Bundesligaspiele einführen will, eine pauschale Gebühr in Höhe von 50 Millionen Euro pro Saison von der DFL gefordert. Bei einer deutlichen Reduzierung der Einsatzstunden der Polizei könnte diese Diskussion eine Wendung bekommen. Rainer Wendt: „Eine Gebührenregelung könnte sogar ganz entbehrlich werden, wenn die Einsatzstunden der Polizei radikal gesenkt werden können. Früher haben wir nur ein paar Einsatzkräfte zur Verkehrsregelung und Beobachtung eingesetzt, da müssen wir wieder hin!“