Bekämpfung des Rechtsextremismus: Aussteigerprogramm EXTRA angelaufen

5. August 2014 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen-Anhalt | Drucken

Für Ausstiegswillige aus der rechten Szene gibt es ein vom Ministerium für Inneres und Sport neu konzipiertes Beratungs- und Unterstützungsangebot. Das Programm EXTRA (Extremismus-Ausstieg) soll Menschen ermutigen, sich von ihren rechtsextremistischen Ideologien und Lebenswelten zu lösen.

Dazu erklärt der Leiter des Verfassungsschutzes, Jochen Hollmann: „Wir wollen jedem helfen, der aus dem braunen Sumpf heraus möchte. Dafür stehen wir begleitend und unterstützend zur Seite und können Ausstiegswilligen aufzeigen, wie es gelingt, diesen Irrweg zu verlassen.“ Da dies erfahrungsgemäß mit persönlichen Schwierigkeiten, organisatorischen Problemen und anderen Herausforderungen verbunden sein kann, besteht das Programm EXTRA aus einer Erstkontaktstelle und einem sozialpädagogisch ausgerichteten Beratungs- und Informationsteam (EXTRA BIT).

Ziel der Arbeit von EXTRA ist es, Menschen mit rechtsextremistischen Überzeugungen dazu zu motivieren, sich mit ihrer Ideologie gedanklich auseinander zu setzen und sich von diesen Überzeugungen zu distanzieren. Die Personen erhalten dann auf dem Weg des Ausstiegs eine individuelle und professionelle Betreuung.

Das Programm wurde vom Ministerium für Inneres und Sport entwickelt. Es ist zunächst als zweijähriges Modellprojekt angelegt und soll wissenschaftlich evaluiert werden.

Ausstiegswillige erreichen die Ausstiegshilfe EXTRA

unter der Hotline 0800 / 22 44 101 und

E-Mail: extra@sachsen-anhalt.net.

Internet: www.ausstiegshilfe.sachsen-anhalt.de

Weitere Informationen

Laut aktuellem Verfassungsschutzbericht ist die Anzahl der weitgehend unstrukturierten, meist subkulturell geprägten Rechtsextremisten im Jahr 2013 auf insgesamt 830 Personen angestiegen. 2012 waren es 780 Personen. Ebenso gestiegen ist die Anzahl der Mitglieder neonazistischer Gruppierungen, die in diesem Berichtsjahr erstmalig in der Rubrik des parteiungebundenen Rechtsextremismus erfasst sind. Im Jahr 2013 wurden durch den Verfassungsschutz des Landes 430 Neonazis registriert. 2012 waren es 330 – allerdings liegt dies auch an der veränderten Kategorisierung im Verfassungsschutzverbund. Die Gesamtzahl der Rechtsextremisten erhöhte sich nach Abzug der Mehrfachmitgliedschaften um 50 auf 1.400 Personen. Dies ist eine Besorgnis erregende Zahl, wenn die demografische Entwicklung in unserem Land berücksichtigt wird. Im Gegensatz zur rückläufigen Bevölkerungsentwicklung steigt demnach die Anzahl der Rechtsextremisten.

Die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) prägt weiterhin den parteigebundenen Rechtsextremismus. Ihr Mitgliederbestand von rund 250 Personen stagniert weiter auf dem Niveau der Vorjahre.

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