Verkehrsunfallbilanz des ersten Halbjahres 2014

1. August 2014 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

„Leider waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unseren Straßen mehr Verkehrsopfer zu beklagen.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz für das erste Halbjahr 2014 in Stuttgart.

Bei 141.585 Unfällen (plus 1,1 Prozent gegenüber 1. Halbjahr 2013) seien 22.623 Menschen (plus 8,9 Prozent) verletzt und 221 (plus 11,1 Prozent) getötet worden. „Der deutliche Anstieg ist alarmierend“, warnte Gall. Dieser negative Trend sei hauptsächlich auf die Gruppe der Fahrrad- und Motorradfahrer zurückzuführen.

Bei 4.624 Fahrradunfällen (plus 27,3 Prozent) seien im ersten Halbjahr 2014 bereits 22 Fahrradfahrer ums Leben gekommen (1. Halbjahr 2013: 19), 968 seien schwer verletzt worden (plus 27 Prozent). Bei den Radunfällen sei die Beteiligung von Pedelecs auffällig. Die Verdopplung gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 auf 233 Unfälle spiegle die zunehmende Verbreitung der neuen Fahrzeuge. Sein Fazit: „Tragen Sie einen Fahrradhelm. Denn damit lassen sich Kopfverletzungen vermeiden oder zumindest mildern“, betonte Gall. Dies gelte besonders für Pedelecs, da mit diesen eine deutlich höhere Geschwindigkeit erreicht werden könne.

Bei den Motorradfahrern sei der negative Trend in der Unfallstatistik noch deutlicher: „Im ersten Halbjahr 2014 haben 58 Motorradfahrer ihr Leben gelassen“, berichtete der Innenminister. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies eine Zunahme um 87 Prozent. Gut drei Viertel der getöteten Motorradfahrer hätten den Unfall verursacht, das könne durchaus als Indiz für hohe Risikobereitschaft gewertet werden.

„Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann werden wir unser Ziel ‚weniger Verkehrstote und Schwerverletzte‘ verfehlen. Die Polizei wird aber konsequent mit am Unfalllagebild orientierten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen entgegensteuern“, hob Innenminister Gall hervor. Die Voraussetzungen dafür seien durch die Polizeistrukturreform verbessert worden. Für die Modernisierung der Überwachungstechnik habe die Landesregierung eineinhalb Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Mit dieser Investitionssumme seien sechs digitale Geschwindigkeitsmessanlagen und drei digitale Abstandsmessanlagen der neuesten Generation beschafft worden. Damit stehe jedem regionalen Polizeipräsidium mindestens eine digitale Geschwindigkeitsmessanlage zur Verfügung. Bei einer Zuständigkeit für die Bundesautobahn sei diesen Dienststellen eine weitere digitale Geschwindigkeitsmessanlage zugeteilt worden. Zudem stehe jedem Polizeipräsidium mit Autobahn nun eine Abstandsmessanlage zur Bekämpfung von Rasern und Dränglern und damit den Hauptunfallursachen zur Verfügung.

Bei den regionalen Polizeipräsidien seien außerdem Verkehrspolizeidirektionen eingerichtet worden – zuständig für die spezialisierte Verkehrsüberwachung und die professionelle Aufnahme von schweren Unfällen. Das verspreche eine deutliche Qualitätssteigerung. Darüber hinaus verfüge jedes Polizeirevier im Land über ein Laser-Handmessgerät. „Die Polizei wird auch im täglichen Dienst flächendeckend die Geschwindigkeit kontrollieren, außerdem wird sich Baden-Württemberg bei europaweiten Kontrollwochen und am zweiten bundesweiten 24-Stunden-Blitz-Marathon beteiligen“, kündigte der Innenminister an.

Fakten zur Unfalllage in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr:

Pro Woche ereigneten sich durchschnittlich 5.445 Verkehrsunfälle.
Pro Tag ereigneten sich durchschnittlich 95 Verkehrsunfälle mit leicht oder schwer Verletzten.

Am 6. August 2014, 16.30 Uhr findet auf der Löwensteiner Platte eine gemeinsame Aktion des Verkehrs- und des Innenministeriums unter anderem zur Motorradsicherheit statt.

 

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