Organisierte Kriminalität steigt, während Personal und Bearbeitungsmöglichkeiten sinken!

1. August 2014 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die behördlich geplante „Entqualifizierung“ der Kriminalpolizei durch die Einführung einer Einheitsausbildung ist der absolut falsche Weg, um den steigenden Zahlen im Bereich der OK und der Bandenkriminalität in Berlin entgegenzuwirken.

Nicht erst durch die kleine Anfrage der Bü/90 die Grünen im Abgeordnetenhaus zur Entwicklung der OK in Berlin wurden nun die steigenden Zahlen im Bereich der OK bekannt, sondern schon durch vorherige Hinweise zur OK-Entwicklung durch den BDK und die Staatsanwaltschaft.

Die Entwicklung kommt also nicht von ungefähr und bereits 2013 hat sich der Leiter des BKA für eine gezieltere Bekämpfung der OK ausgesprochen.

Was hier allerdings nicht zum Ausdruck kommt, sind die vielen bandenmäßigen Delikte, gerade im Bereich der Eigentumsdelikte wie Wohnungs- und Einfamilienhauseinbrüchen, aber auch KFZ-Delikten, die nicht von der überarbeitungsbedürftigen Definition der organisierten Kriminalität erfasst werden.

Diese Bandendelikte werden im Wesentlichen strukturell gleichermaßen durchgeführt wie Taten der OK und bereiten den gleichen, wenn nicht sogar einen höheren Arbeitsaufwand wie OK-Delikte.

„Während sich die Täter weiter ausbreiten können, müssen wir Posten stehen und Objektschutzstreifen fahren und die Arbeit liegen lassen“ sagt der Landesvorsitzende Böhl.

Die durch fehlendes Personal entstehenden Ausfälle im Objektschutz werden durch Schutz- und Kriminalpolizei ersetzt, was teuer zu stehen kommt, da Überstunden nach der Besoldung A 9 aufwärts bezahlt werden müssen und nicht nach dem üblichen Angestelltentarif EG 5.

Da die geeigneten Bewerberzahlen bei der Schutzpolizei im gehobenen Dienst nicht ausreichen, bahnt sich hier eine weitere Misere an.

„Ich kann die Verzweiflung des Polizeipräsidenten verstehen, aber eine geplante „Entqualifizierung“ der Kriminalpolizei durch die Einführung einer Einheitsausbildung ist der absolut falsche Weg“ so Böhl weiter.

Der BDK fordert die Verantwortlichen auf, die Direkteinstellung zur Kriminalpolizei und Schutzpolizei aufrecht zu erhalten und die fachspezifische Ausbildung (Y-Ausbildung) voranzutreiben, um gegen die Täter weiter eine Chance zu haben.

Die Attraktivität der Schutzpolizei lässt sich nicht durch die Vereinheitlichung mit der Kriminalpolizei herbeiführen und eine qualifizierte und dringend notwendige Kriminalitätsbekämpfung schon gar nicht!

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