Gesundheitsministerin Christine Clauß und Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler zum Crystal-Konsum

31. Juli 2014 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen | Drucken

»Die Bekämpfung von Crystal wird von Sachsen mit allem Nachdruck etrieben. Dabei ist es notwendig, dass sämtliche Bundesländer und der Bund gemeinsam handeln«, forderte heute Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß in Leipzig. Zusammen mit der Drogenbeauftragten des Bundes, Marlene Mortler, besuchte sie zwei Projekte der Drogenhilfe in Sachsen.

»Die Droge Crystal zerstört Menschen. Gerade wenn Jugendliche und Heranwachsende betroffen sind, ist das Leid der Familien besonders groß. Wir setzen daher in Sachsen frühzeitig auf eine Zurückdrängung des Drogenhandels durch polizeiliche Maßnahmen und sind präventiv im Rahmen der Aufklärung aktiv. Dabei helfen auch die grenzüberschreitenden Kontakte und Vereinbarungen nach Tschechien. Gleichzeitig helfen wir denen, die bereits süchtig geworden sind, durch vielfältige Angebote im Freistaat«, erläuterte Clauß ihren Ansatz.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler erklärte zum Besuch: »Grenznahe Regionen zu Tschechien sind in Deutschland beim Konsum von Crystal verstärkt betroffen. Crystal wird aus sehr unterschiedlichen Gruppen konsumiert. Darauf muss mit differenzierten Angeboten von Aufklärung, Beratung und Hilfe reagiert werden. Davon konnte ich mir heute in den Einrichtungen vor Ort einen guten Überblick verschaffen«.

Anliegen der sächsischen Gesundheitsministerin war es, die vielfältige und komplexe Ausgestaltung der sächsischen Suchthilfe vorzustellen, aktuelle Anforderungen zu benennen sowie über anstehende gemeinsame bundesweite Aufgaben zu beraten. Hierzu gehört insbesondere auch die Crystal-Problematik.

Stationen des Besuches waren das Sächsische Landeskrankenhaus »Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Altscherbitz« und das Zentrum für Drogenhilfe im Städtischen Klinikum »St. Georg«.

Im Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Altscherbitz wurde ein Suchtzentrum aufgebaut. Dieses umfasst eine Station für alkohol- und medikamentenabhängige Personen sowie eine Drogenstation, eine Tagesklinik und ein ambulantes Gruppenangebot. Als ein besonderes Behandlungsangebot gibt es auf der Drogenstation die Möglichkeit, eine Entgiftung für Mutter und Kind durchzuführen. In der Tagesklinik Sucht können 10 – 14 Patienten aufgenommen werden, die sich in einem stabilen Allgemeinzustand befinden. Sie müssen als Voraussetzung die Abstinenz mitbringen. Die ambulante Gruppe wird therapeutisch betreut und besteht aus ehemaligen Patienten der Tagesklinik. Diese Gruppe umfasst ca. 20 Mitglieder und arbeitet einmal wöchentlich. Diese Patienten sind zwischen einem halben und zehn Jahren abstinent.

Das Zentrum für Drogenhilfe im Städtischen Klinikum »St. Georg« Leipzig stellt ein umfassendes Versorgungsnetz für suchtkranke Menschen bereit, dass von Angeboten zur Prävention, Beratung, Überlebenshilfen bis zu Reha- und Nachsorgemaßnahmen reicht. Zu diesem gehört seit 2009 auch der Fachbereich Familienhilfe. Als Träger der ambulanten Suchtkrankenhilfe und der Kinder -und Jugendhilfe ermöglicht er eine ganzheitliche Bearbeitung der Problematik »Sucht und Familie«, indem in jeder Familie neben der sozialpädagogischen Familienhilfe im so genannten »Tandem-Modell« eine Co-Betreuung durch suchttherapeutische Mitarbeiter erfolgt. In der Familienhilfe und Suchtberatung wird fallbezogen und fallübergreifend in Teams gearbeitet, wodurch Schnittstellen erheblich minimiert werden können. Zu den Angeboten gehört ebenso ein präventives Gruppenangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien, dass mit Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz unterstützt wird.

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