Internationale Arbeitstagung „Internationale Polizeimissionen“ an der Deutschen Hochschule der Polizei

24. Juli 2014 | Themenbereich: Polizei | Drucken

Deutschland beteiligt sich aktuell mit 251 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten des Bundes und der 16 Länder an 14 internationalen Polizeimissionen. „Deutschland zeigt zwar seit langem, dass es international verantwortlich handelt. Aber es könnte – gestützt auf seine Erfahrungen bei der Sicherung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit – entschlossener weiter gehen…“ (Bundespräsident Joachim Gauck auf der 50. Münchener Sicherheitskonferenz am Freitag, 31. Januar 2014).

Vom 21. – 23.07.2014 kamen an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup neben Führungskräften der Polizeien, zum Teil mit „Missionserfahrung“, Polizeiärzte und Polizeipsychologen in der staatenübergreifenden Arbeitstagung „Internationale Polizeimissionen“ zusammen.

Internationale Polizeimissionen sind mandatsgebunden und bestehen im Wesentlichen aus Ausbildungs- und Beratungstätigkeiten in Post-Konflikt-Regionen. Durch derartige Arbeitstagungen sollen die Nahtstellen zwischen vollzugspolizeilichen und unterstützenden Bereichen geschlossen werden. „Damit liefert die Hochschule einen weiteren Baustein auf dem Weg zu der im Rahmen der institutionellen Akkreditierung (2013) geforderten Internationalisierungsstrategie der Hochschule“, bekräftige Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange.

„Inzwischen wurden viele wertvolle Erfahrungen in den verschiedenen Missionen gewonnen, die Eingang in das Missionstraining und die Ausstattung gefunden haben. Aber all das bedeutet nicht, dass wir unsere Hände in den Schoß legen und zuwarten können. Wir müssen ständig dazu lernen und uns fragen, wie wir unseren bereits hohen Standard bei der Entsendung von Frauen und Männern in internationale Polizeimissionen halten und verbessern können“ so der Vorsitzende der Bund-Länder- Arbeitsgruppe „Internationale Polizeimissionen“, Inspekteur der Polizei des Landes NRW Dieter Wehe.

Obwohl die Hochschule im internationalen Bereich sehr aktiv ist, betrat sie mit dieser Arbeitstagung Neuland. Vorgesehen ist, diese Arbeitstagung als kontinuierliche Maßnahme in das Fortbildungsangebot der Hochschule aufzunehmen.

Hintergrund zur Arbeitsgruppe „Internationale Polizeimissionen“ (AG IPM)

Im Jahr 1989 kam es in Namibia zum ersten deutschen Einsatz in einer internationalen Polizeimission. Dieser und weitere Einsätze waren zunächst nur Beamten des damaligen Bundesgrenzschutzes vorbehalten. Es ist dem Wirken von Bremens ehemaligem Oberbürgermeister Hans Koschnick zuzurechnen, dass 1994 in Mostar erstmals auch Polizisten der Länder an internationalen Polizeimissionen teilnahmen. 1994 war damit auch die Geburtsstunde der „AG IPTF“ („Arbeitsgruppe International Police Task Force“), die 2005 in „AG IPM“ („Arbeitsgruppe Internationale Polizeimissionen“) umbenannt wurde. Die AG IPM regelt in Kooperation zwischen Bund und Ländern die Vorbereitung, Organisation, Koordination und Erledigung der Ein- und Ausreiseformalitäten aller deutscher Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten. Bisher wurden rund 9000 deutsche Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in bisher rund 30 internationalen Missionen eingesetzt.