Niedersächsischer Feuerwehr-Jahresbericht 2013

21. Juli 2014 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Niedersachsen | Drucken

Erstmals seit Jahren sind die Mitgliederzahlen in den Freiwilligen Feuerwehren 2013 wieder gestiegen (von 124.030 im Jahr 2012 auf 125.013 im vergangenen Jahr). Der demographische Wandel stellt die Feuerwehren in Niedersachsen aber weiterhin vor große Herausforderungen. Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat bei der heutigen (21.07.2014) Präsentation des Feuerwehr-Jahresberichts deshalb vor allem die Chancen des demographischen Wandels für die Feuerwehr hervorgehoben. Pistorius sagte: „Es ist der richtige Weg, dass die Feuerwehr in Niedersachsen verstärkt neue Bevölkerungsgruppen für die Arbeit beim Brandschutz gewinnen möchte. Insbesondere Frauen und auch Menschen mit Migrationshintergrund sind in den Feuerwehren bisher deutlich unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern.“ So wirbt die aktuelle Imagekampagne „Ja zur Feuerwehr“ des Landes Niedersachsen beispielsweise mit mehrsprachigen Werbeträgern, um noch mehr Migrantinnen und Migranten vom Einsatz in der Feuerwehr zu begeistern. Zuletzt wurden zum Beispiel die Plakate mit den vier Kampagnenmotiven, der Flyer und ein Teil des Internetauftritts in sechs Sprachen übersetzt: Englisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Türkisch.

Bei den Freiwilligen Feuerwehren gab es im vergangenen Jahr 983 neue Mitglieder. Innenminister Boris Pistorius betonte, dass dieser Anstieg vor allem mit der guten Nachwuchsförderung in Niedersachsen zusammenhängt. „Es freut mich sehr, dass die Gesamtzahl von Kindern und Jugendlichen in Feuerwehren mit über 40.000 Mitgliedern so hoch ist wie nie zuvor. Das ist die Basis für zukunftsfähige Feuerwehren in Niedersachsen. Die Zahl der Kinderfeuerwehren in Niedersachsen hat sich innerhalb von drei Jahren sogar mehr als verdoppelt.“ Bei der Entwicklung der Mitgliederzahlen in Kinderfeuerwehren ist das Land Niedersachsen damit bundesweit Vorreiter. Die ersten Mädchen und Jungen aus den 2008 in Niedersachsen gegründeten Kinderfeuerwehren wechselten letztes Jahr als Mitglieder in die Jugendfeuerwehren.

In Niedersachsen gibt es insgesamt 415 Freiwillige Feuerwehren – unterteilt in 3.318 Ortsfeuerwehren mit insgesamt 125.013 überwiegend ehrenamtlichen Mitgliedern. Neben den Freiwilligen Feuerwehren sind in elf Berufsfeuerwehren und zwei hauptamtlichen Wachbereitschaften insgesamt 2.189 hauptamtliche Brandschützerinnen und Brandschützer für die Gefahrenabwehr bei Bränden, Hilfeleistungen und Unglücksfällen im Einsatz.

In 101 Unternehmen gibt es aufgrund des erhöhten Gefährdungspotentials Werkfeuerwehren mit 3.861 nebenberuflichen und 624 hauptberuflichen Feuerwehrmitgliedern.

Das Einsatzgeschehen ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um 12,6 % angestiegen. Insgesamt waren das 104.232 Alarmierungen. Die Steigerungen der Einsatzzahlen schlagen bei den Bränden mit einer Erhöhung um 3,6 % auf 21.147 Brände und bei den Technischen Hilfeleistungen um 18,2 % auf 60.379 Technische Hilfeleistungen zu Buche.

Der Grund für diesen deutlichen Anstieg liegt in den Hochwassereinsätzen etwa an der Elbe. Außerdem gab es unverhältnismäßig viele Starkregen- und Sturmeinsätze, etwa bei Stürmen wie „Xaver“ und „Christian“.

Niedersachsens Innenminister Pistorius bedankte sich bei allen Feuerwehrangehörigen, die auch 2013 ihre Gesundheit und ihr Leben riskiert haben, um anderen Menschen zu helfen. „Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren stehen an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden für den Alarmfall ehrenamtlich zur Verfügung. Diese Verfügbarkeit bedeutet eine wesentliche Einschränkung im privaten Bereich. Daher richtet sich mein Dank ausdrücklich auch an alle Angehörigen der Einsatzkräfte der Feuerwehren.“ Ein ständiges Werben bei den Kommunen als Träger der Feuerwehren und den Arbeitgebern, dass sie auch bei ihrer Personalpolitik Wert auf die aktive Mitgliedschaft in den Freiwilligen Feuerwehren legen, muss für uns auch zukünftig im Mittelpunkt stehen. Dazu wurden zwischen den niedersächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK), der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport gemeinsame Erklärungen unterzeichnet. Diese Maßnahme soll in den Unternehmen für ehrenamtliche Tätigkeiten werben und die Akzeptanz dieser, innerhalb der Unternehmensleitungen erhöhen.

Unser langfristiges Ziel ist es, dadurch das Ehrenamt im Allgemeinen und die ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der Feuerwehr im Besonderen noch stärker zu fördern, um so auch in der Zukunft moderne und leistungsstarke Feuerwehren für die niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger bereitzuhalten.

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