Land fördert Entwicklung eines digitalen Funksystems mit 737.000 Euro

24. Juni 2014 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele hat am 23. Juni einen Förderbescheid über rund 737.000 Euro an die Büdelsdorfer Schnoor Industrieelektronik GmbH übergeben.
Die Firma arbeitet an der Entwicklung eines digitalen Funksystems der Funknorm DMR (Digital Mobile Radio). Dies soll die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen können und damit den Umstieg vom analogen zum digitalen Funksystem auch wirtschaftlich attraktiv machen. Die Schnoor Industrieelektronik rechnet damit, durch dieses Vorhaben 25 bestehende Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern und bis zum Jahr 2019 insgesamt 26 neue Arbeitsplätze zu schaffen, 14 davon im Bereich Entwicklung.

„“Aktuell basieren noch über 60 Prozent der in Deutschland betriebenen professionel-len Funksysteme auf analoger Funkübertragung““, sagte Nägele. „“Ein digitales Funksystem mit niedrigen Investitionskosten, das eine hohe Sicherheit bietet und die für Unternehmen wichtigen Funktionen abdeckt, hat hervorragende Marktchancen.““ Der nicht öffentliche Professionelle Mobilfunk kommt unter anderem im Nahverkehr und in der Logistik- und Transportbranche sowie bei Sicherheitsdiensten und Industrieunternehmen zum Einsatz, die über Campus- oder Werksfunk kommunizieren.

Beim Thema Kommunikation verlassen sich viele Behörden und Unternehmen nicht auf kommerzielle Mobilfunknetze, sondern nutzen den Professionellen Mobilfunk (PMR). Dabei werden analoge Funksysteme aufgrund wachsender Ansprüche an Bandbreite, Sicherheit und Funktionen zunehmend von digitalen abgelöst. Allerdings sind die Systeme der europäischen Funknorm TETRA mit hohen Investitionskosten verbunden und damit für viele Organisationen und Unternehmen nicht realisierbar.

Die digitale europäische Funknorm TETRA (Terrestrial Trunked Radio) funktioniert ähnlich wie kommerzielle Mobilfunknetze über mehrere, nebeneinander liegende Funkzellen, die jeweils über eine eigene Basisstation verfügen. Aufgrund der hohen Investitionskosten wird TETRA allerdings nur von Organisationen mit Sicherheitsaufgaben oder mit entsprechenden Ressourcen genutzt – zum Beispiel von der Polizei oder großen Verkehrsverbünden.
Im Gegensatz zu TETRA benötigt die Funknorm DMR nicht nur eine deutlich einfachere Software, sondern kann auch die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen – wie Antennen, Kabel und bereits zugewiesene Frequenzen. Ein weiterer Vorteil der Umstellung vorhandener Anlagen auf die DMR-Frequenznorm ist die geringere notwendige Bandbreite. Die wird im Funkkanal um 50 Prozent reduziert und die Kapazität wird damit verdoppelt.

Um das neue DMR-Funksystem zu realisieren, entwickelt die Schnoor Industrieelektronik GmbH sowohl innovative Hard- als auch Software: Unter anderem werden Sender-, Empfänger- und Signalverarbeitungsmodule komplett neu konzipiert und in der unternehmenseigenen Platinenfertigung produziert. Darüber hinaus wird ein großer Teil der Funkanlage, der bisher durch mechanische Schaltprozesse gesteuert wurde, als reine Software-Funktion realisiert.

In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 – 2013 rund 662,3 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie ergänzende Landesmittel in Höhe von rund 80,3 Millionen Euro.

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