Ausbau der Berg- und Höhlenrettung

18. Juni 2014 | Themenbereich: Bayern, Bevölkerungsschutz | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist erfreut über die schnellen Fortschritte beim Rettungseinsatz in der Riesending-Schachthöhle. „Das Engagement und die Professionalität der weit überwiegend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist enorm“, so Herrmann. Der Rettungseinsatz zeige, dass sich der gezielte Ausbau der Berg- und Höhlenrettung in Bayern der vergangenen Jahre auszahle. „Seit 2011 unterstützen wir die Bergwacht mit jährlich weit mehr als drei Millionen Euro. Und die Unterstützung werden wir weiter ausbauen. Bis einschließlich 2015 planen wir mit einer Summe von insgesamt 25 Millionen Euro.“

Nach den Worten Herrmanns beteiligt sich der Freistaat beispielsweise kräftig an Investitionen der Bergwacht für Rettungsmittel. 2014 sind dafür 4,1 Millionen Euro vorgesehen, für 2015 sogar knapp 5,3 Millionen Euro. „Damit ist die Bergwacht besser ausgestattet, denn je“, so Herrmann. „Sie kann vor allem Einsatzfahrzeuge, Seilsätze, Gebirgstragen, Rettungssäcke, Wärmebildkameras, Notfallrucksäcke, Defibrillatoren, Sicherungssätze, Vakuumbetten und Funkgeräte beschaffen.“ Für die aktuelle Höhlenrettung haben sich beispielsweise spezielle Höhlenrettungsanzüge, besondere Wärmedecken und –westen, Spezialanfertigungen von Bohrmaschinen, abgasarme Notstromaggregate und sogenannte ‚Heulruftelefone‘ bestens bewährt.
Seit Mai 2013 profitieren die ehrenamtlichen Bergretter zudem von der sogenannten ‚Retterfreistellung‘, indem der Freistaat bei ehrenamtlichen Einsätzen im Rettungsdienst die Kosten für die Lohnfortzahlung und den Dienstausfall erstattet. Dazu Herrmann: „Das sind wir unseren ehrenamtlichen Einsatzkräften schuldig. Sie haben dieser Tage wieder einmal ihre herausragende Einsatzbereitschaft und enorme Tatkraft unter Beweis gestellt.“

Zusätzlich fördert der Freistaat das Bergwachtzentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz. Herrmann: „Allein 2014 stehen uns mehr als 4,2 Millionen Euro zur Verfügung, dort die flächendeckend gute Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Berg- und Höhlenretter zu unterstützen.“ Wie wichtig dieses Übungszentrum ist, verdeutlicht laut Herrmann der aktuelle Rettungseinsatz: „Nur den vielen gemeinsame Übungen ist es zu verdanken, dass Bergwacht und die Bayerische Polizei so reibungslos zusammenarbeiten. Beispielsweise war gerade das gelungene Abseilen vom Polizeihubschrauber in den ersten Tagen entscheidend, so lange es auf dem Untersberg nahe der Höhle keinen Landeplatz gab.“

Wie der bayerische Innenminister erläuterte, hat sich die Höhlenrettung in Bayern in den vergangenen Jahren deutlich professionalisiert. Von 2002 bis 2004 wurden die bis dahin eigenständigen Höhlenrettungsgruppen des Vereins für Höhlenkunde e.V. in die Bergwacht integriert. Seitdem bestehen einheitlich hohe Ausbildungsstandards für Berg- und Höhlenretter. Herrmann: „Seit 2008 haben wir die Höhlenrettung erstmals im Bayerischen Rettungsdienstgesetz explizit als Aufgabe definiert und damit die Arbeit der ehrenamtlichen Höhlenretter deutlich aufgewertet.“