„Strategie 2020 als Evolutionssprung für die Niedersächsische Polizei“

16. Juni 2014 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Der Modernisierungsprozess in der niedersächsischen Polizei wird mit der heute in Hannover vorgestellten „Strategie 2020″ immer konkreter. „Mit diesem deutschlandweit einmaligen Ansatz entwickelt die niedersächsische Polizei ihre eigene Strategie. Ich bin überzeugt davon, dass es die Polizistinnen und Polizisten selbst sind, die am besten wissen was Polizei heute und in Zukunft leisten muss. Das Ministerium ist dabei Moderator und Ideengeber“, sagte Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Mit der „Strategie 2020″ habe die Polizei nicht nur gegenwärtige Probleme im Blick, sondern nehme gleichzeitig die Zukunft verstärkt in den Fokus. „Die Polizei versetzt sich so in die Lage, abzeichnende Entwicklungen pro-aktiv anzugehen und muss nicht erst auf aktuelle Entwicklungen reagieren“, so Pistorius.

An der „Strategie 2020″ werden die Polizistinnen und Polizisten transparent und eigenverantwortlich beteiligt. Damit gehört auch die bisherige Zielgabe „von oben“ der Vergangenheit an. Vielmehr werden zukünftig Ziele zwischen dem Landespolizeipräsidium und den Polizeibehörden vereinbart. Die „Strategie 2020″ ist Anfang des Jahres in Kraft getreten und wird bis Ende 2014 durch eigene Strategien der polizeilichen Regional- und Fachbehörden konkret ausgestaltet. „Ein Gewinn für die Arbeit der Polizei“, sagt der Innenminister, „und damit auch für die Bürgerinnen und Bürger.“

Als ein Ergebnis der neuen strategischen Ausrichtung erklärte Pistorius bereits im vergangenen Jahr den „Wettbewerb um die besten Zahlen“ für beendet. Die Niedersächsische Polizei konkurriert damit nicht mehr um statistische Kennzahlen, die im Zweifel wenig aussagen. Grundgedanke der „Strategie 2020″ ist vielmehr die Kooperation, die nur in einer von Transparenz, Beteiligung und offenem Diskurs geprägten Polizeikultur gedeihen kann. „Der Umgang innerhalb der Polizei prägt schließlich auch den Umgang der Polizei mit den Bürgerinnen und Bürgern“, so der Innenminister.

In vier Kernbereichen macht sich die Polizei bereits durch vereinbarte Ziele und Maßnahmenpakete fit für die Zukunft: Sicherheit, Technologie, Arbeitswelt und Finanzen.

Im Bereich „Sicherheit“ bedeutet dies unter anderem, dass sich die Polizei mit Blick auf das Internet neu aufstellt. Denn es reicht nicht mehr aus, dass nur gut ausgestattete Fachdienststellen über Spezialwissen verfügen, alle Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten müssen sich auf dem Gebiet grundlegend auskennen. Darüber hinaus wird die Kooperation mit der Forschung zum Thema Cybercrime sowie zu anderen Phänomenen wie Fußballgewalt und Extremismus weiter ausgebaut.

Im Feld „Technologie“ wird die Polizei ihre Präsenz in den sozialen Medien verstärken, wodurch die Ansprechbarkeit – gerade für die jüngere Generation – erhöht und „virtuelle Bürgernähe“ gezeigt wird. Zudem soll in dafür geeigneten Bereichen bis zum Jahr 2020 der Einsatz von mobilen Geräten die Arbeit der Polizei vor Ort erleichtern, Nacharbeiten im Büro reduzieren und damit letztlich auch die Anwesenheit auf der Straße erhöhen.

Auch die „Arbeitswelt“ der Polizei wird von der neuen strategischen Ausrichtung profitieren. Unter anderem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zu Problemen und Entwicklungsbedarfen befragt. Künftig sollen die Führungskräfte auch von ihrem Team eingeschätzt werden. Bundesweit gibt es das in dieser Form innerhalb der Polizeibehörden noch nicht.

Beim Thema „Finanzen“ wird zukünftig die Eigenverantwortlichkeit der Polizei vor Ort gestärkt. Gleichzeitig werden die Dienststellen von administrativen Aufgaben entlastet.

Unter dem Strich steht für Innenminister Pistorius fest: „Die ‚Strategie 2020‘ ist ein Evolu-tionssprung in der polizeilichen Organisationsentwicklung. Dabei werden die Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Das nützt den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie den Beschäftigten der Polizei.“

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