Schleswig-Holstein stärkt familienorientierten Strafvollzug

23. Mai 2014 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

Justizministerin Anke Spoorendonk hat heute (23. Mai) bei einem Besuch der Justizvollzugsanstalt Neumünster die Bedeutung eines familienorientierten Strafvollzugs betont. Vom stellvertretenden Anstaltsleiter Jens Helbing ließ sie sich Schritte und Projekte zu einem familienorientierten Strafvollzug zeigen. „“Wir werden im kommenden Strafvollzugsgesetz des Landes die Familienorientierung fest verankern““, kündigte Spoorendonk an. „“Sämtliche Untersuchungen zu diesem Thema im europäischen Raum haben ergeben, dass sich die Rückfallgefahr durch familienorientierte Maßnahmen minimiert und die Kinder von Inhaftierten, die durch die Inhaftierung eines Elternteils oft traumatisiert werden, bessere Entwicklungschancen haben. Die Bündelung verschiedener familienorientierter Maßnahmen und die verstärkte Einbeziehung der Familie bei der Resozialisierung sind weitere Garanten für einen humanen, modernen und effektiven Strafvollzug““, betonte die Ministerin.

In der JVA Neumünster wurde eine Arbeitsgruppe zur kindgerechten Gestaltung und Durchführung von Besuchen eingesetzt. Sie hat sich etwa mit der Gestaltung des Besuchsraumes beschäftigt oder im Pfortenbereich anhand eines Schaubildes auf kindgerechte Art und Weise die Kontrolle durch die Bediensteten erläutert, um Kinder über Notwendigkeit und Ablauf des Einlasses zu informieren. Zudem gibt es in der Anstalt eine Vätergruppe, die sich regelmäßig trifft und über die Rolle als Vater innerhalb und außerhalb der JVA spricht. Die inhaftierten Väter bekommen auch Anregungen, wie sie die Besuchszeit mit ihren Kindern aktiv gestalten können. Es ist geplant, das Projekt „Ich lese für dich. Gute-Nacht-Geschichten aus dem Gefängnis“ zu installieren, damit die Inhaftierten für ihre Kinder auch außerhalb der Besuchszeiten präsent sein können. In der JVA Bremen wurde dieses Projekt bereits erfolgreich umgesetzt. Die Ministerin kündigte zudem an, die Internetpräsenzen der Justizvollzugsanstalten und des Ministeriums unter dem Aspekt der Kinderfreundlichkeit zu überarbeiten, um Kindern einen altersgerechten Zugang zu den Informationen über den Strafvollzug zu ermöglichen.