100 Tage Polizeireform • Erste Erlebnisse und Eindrücke in der neuen Polizeiwelt

20. Mai 2014 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der BDK stellt weitere Originalzitate seiner am 10. April initiierten Umfrage zur Polizeireform vor, die sich diesmal mit ersten Erlebnissen und Eindrücken auseinandersetzen.

Der Ton wird rauer – ein Kollege aus dem FESt (PHK) berichtet, dass die Führung mit ihm umgeht, wie mit einem Schulbuben
Absprachen zu praktischen Abläufen stocken/finden nicht statt, weil z.B. Leiter der Fahndung nicht mit den Revierleitern Absprachen treffen soll. Die Entscheidungen werden aber auch nicht auf Höherer Ebene getroffen, also wird halt irgendwie geschaut, dass man die Aufgaben erfüllt …
Viele bisher schon gut funktionierende Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten wurden wieder geändert … mir kommt es so vor als wenn das Rad 10 Jahre zurückgedreht wurde!!
Bei dem Interimsstandort mitten im Kessel in Stuttgart (laut IBV, südlich von Stuttgart) herrscht das Chaos und wir leben zwischen Handwerker auf einer Baustelle.
Wochenlang gab es kein Telefon und funktionierende PCs. Die Technik läuft mit dem heutigen Stand noch nicht richtig.
Aufgrund der noch im Fluss befindlichen, noch nicht abgeschlossenen Regelung müssen wir zeitaufwändige Wege auf uns nehmen, um aus dem Pool Fahrzeuge zu organisieren (1,5 Stunden Zeitaufwand. Im schlechtesten Fall laufen wir in unser früheres Dienstgebäude – 1,9 KM, 24 Minuten lt. Googlemaps – ÖPNV fährt alle 30 Minuten.
Wo sind die PCs der zuversetzten LPD-Kollegen?
Teilweise hofft man schon, dass jemand in Urlaub geht oder krank wird, um dann den PC-Arbeitsplatz zu übernehmen.
Wenn ich keinen Computer bekommen soll, dann kann ich meine Arbeit halt nicht gescheit machen, aber wenn der Dienstherr das so will, dann ist das halt so.
Die Lösung technischer Probleme bei DV- und Kommunikationseinrichtungen ist nicht geregelt. Arbeitsplätze im Ermittlungsbereich sind teilweise bis zu zwei Monate und länger nicht telefonisch erreichbar.
Es ist kaum ersichtlich, wer wo arbeitet und welche Funktion hat. Telefonverzeichnis noch immer oft eine Katastrophe mit falschen Erreichbarkeiten.
Nur zögernd und teilweise Organigramme der Erreichbarkeiten mit allen Namen der Mitarbeiter im Intranet. Gerade in der vielbeworbenen „neuen Welt“ fehlt die Orientierung vollkommen. Das wäre für mich die wichtigste Grundlage, um sich überhaupt in der für alle neuen Struktur zurechtzufinden.
PC Anschlüsse und PC für einen unserer Techniker (da wir ja jetzt die gesamte Überwachungstechnik auch stellen müssen, die früher z.T. von der LPD – Anwendungstechnik gestellt wurde, haben wir jetzt 2 Beamte die hauptsächlich den Technikbereich betreuen)
Man stellt Anträge und es werden Listen über die Ausstattung erhoben und nach einiger Zeit werden die gleichen Anfragen wieder gestellt.

Der vielfach vorgetragenen Kritik wie sie oben beispielhaft eingestellt wurde, steht dabei aber auch ein Wunsch gegenüber, der von seiner Grundausrichtung als positiv gegenüber den Abläufen zu sehen ist.

Ich wünschte mir in der jetzigen Situation, dass der Gedanke „Wir sind eine Polizei“ mehr zum Tragen kommen möge und dass WIR, in GUTEM, GEGENSEITIGEM MITEINANDER die Probleme einer konstruktiven Lösung zuzuführen bemüht sind. Das einzige, was derzeit gut zu funktionieren scheint, ist das kollektive Schlechtreden der aktuellen Situation und dafür sollten wir uns eigentlich zu schade sein!!!!

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.