Polizei geht bei Bekämpfung von Cybercrime neue Wege

19. Mai 2014 | Themenbereich: Polizei, Rheinland-Pfalz | Drucken

Innenminister Roger Lewentz hat die Bekämpfung der Internetkriminalität als wichtige Zukunftsaufgabe der Polizei in Rheinland-Pfalz bezeichnet. „Die zunehmende Digitalisierung führt auch zu einer extrem dynamischen Entwicklung von entsprechenden Kriminalitätsphänomenen. Der sogenannten Cybercrime tritt die Polizei in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung entschlossen entgegen“, sagte Lewentz bei der Vorstellung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Fachhochschule Worms und dem Landeskriminalamt (LKA) am Montag in Mainz. Den Angaben der polizeilichen Kriminalitätsstatistik zufolge wird das Internet in fast allen Kriminalitätsfeldern als Tatmittel genutzt (2013: 9.839 Fälle). Außerdem sind strafbare Angriffe gegen Datensysteme feststellbar.

„Digitale Medien haben heute enormen Einfluss auf die Vorbereitung und die Tat selbst. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht eine zeitnahe polizeiliche Reaktion auf digitale Gefahrens- und Schadenslagen“, betonte Lewentz. Der Minister unterstrich, dass die Ermittlungen durch die Digitalisierung und die rasante technische Entwicklung immer komplexer würden. „Die Polizei in Rheinland-Pfalz ist bei der Bekämpfung der Cybercrime gut aufgestellt“, sagte Lewentz. Es sei beispielsweise ein Dezernat Cybercrime und eines für Telekommunikationsüberwachung und Forensik in der Informations- und Kommunikationstechnik beim LKA eingerichtet worden. Zudem gebe es spezielle Unterstützungskommissariate bei den Kriminaldirektionen der Polizeipräsidien im Land. Hinzu komme die intensive Vermittlung des Themas Cybercrime in der Aus- und Fortbildung für Polizisten.

„Wir sind froh, dass wir künftig auch mit Wissenschaft und Forschung bei der Bekämpfung von Cybercrime eng zusammenarbeiten werden“, unterstrich Innenminister Lewentz. Es gelte, die Cybersicherheit in Rheinland-Pfalz insgesamt auf gutem Niveau zu gewährleisten, ohne die Chancen und den Nutzen digitaler Medien zu beeinträchtigen. Das Landeskriminalamt und der Fachbereich Informatik der Fachhochschule Worms tragen diesem Ansatz Rechnung und schließen eine Kooperationsvereinbarung zur „Förderung der Sicherheit bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie zur präventiven und repressiven Bekämpfung der Cybercrime“.

Der Präsident des Landeskriminalamtes, Wolfgang Hertinger, erklärte: „Die Vernetzung gerade mit der Wissenschaft bietet die Möglichkeit eines umfassenden Wissenstransfers, der für die Weiterentwicklung der Kompetenzen der Ermittler unverzichtbar ist. Umgekehrt helfen Kenntnisse über kriminelle Aktivitäten der Wissenschaft, Gegenstrategien zur Verhütung von Kriminalität in der digitalen Welt zu entwickeln und die technische Sicherheit zu verbessern.

Der Dekan des Fachbereichs Informatik der Fachhochschule Worms, Prof. Dr. Bernd Ruhland, ergänzte: „In der Zusammenarbeit mit dem LKA sehen wir sehr große Chancen für unsere Studierenden, sich in aktuelle Fragestellungen gerade im Umfeld der mobilen Anwendungen einzubringen, die zugleich technologisch spannend sind wie auch gesellschaftlich relevant. Der Wissenstransfer wird in beide Richtungen stattfinden: Rechercheaufgaben werden in der Hochschule wahrgenommen, und von Mitarbeitern des LKA wird den Studierenden der Umgang mit bereits bestehenden Werkzeugen (Tools) vermittelt, wie sie in der Cyber-Kriminalistik eingesetzt werden.“ Die Einbringung des Know How aus der Hochschule bestehe aus mehreren Komponenten, sagte Ruhland, „da sind zu nennen die im Fachbereich vorhandene Kompetenz im Mobile Computing in Lehre und Labortechnik, insbesondere zur Sicherheit mobiler Anwendungen, dann die studentische Zuarbeit in Form von Praktika und Abschlussarbeiten, ferner die Teilnahme von LKA-Personal an Lehrveranstaltungen, und schließlich die Durchführung von Forschungsaufträgen unter Einbeziehung des wissenschaftlichen Personals.“ Also ein breites Spektrum. Besonderen Wert legte der Dekan auf die Tatsache, „dass die Kooperation so angelegt ist, dass das Vorliegen fallspezifischer oder sicherheitskritischer Informationen in der Hochschule ausgeschlossen ist, und damit auch eine Gefährdung der Studierenden oder des Lehrbetriebs, die dadurch hätte entstehen können.“

Der Vizepräsident der Fachhochschule Worms, Herr Prof. Dr. Henning Kehr, erläutert: „ Als öffentliche Fachhochschule im Land Rheinland-Pfalz sehen wir es als unsere Aufgabe das LKA mit unserer Expertise und unserem know how bei der Bekämpfung der Internetkriminalität zu unterstützen. Die Internetkriminalität ist heute auch nicht nur eine Problematik im privaten Bereich sondern auch im Umfeld der Unternehmen. Bei der immer stärkeren Nutzung des Internets in beiden Bereichen, müssen wir uns auch der Gefahren sehr bewusst sein. Dabei profitieren wir als Hochschule auch von der Zusammenarbeit mit dem LKA, da wir damit ganz nah an der aktuellen Entwicklung sind und das in unsere Lehre der Studierenden und in Forschung einfließen lassen können.“

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