Sofortprogramm gegen Einbruchskriminalität gefordert

16. Mai 2014 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Mit der Forderung, endlich mehr gegen die steigenden Zahlen bei bundesweiten Wohnungseinbrüchen zu unternehmen, hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) auf die bereits durch einige Medien vorab veröffentlichten Zahlen der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik reagiert.

In fast allen Bundesländern ist die Zahl der Einbrüche stark gestiegen, in Baden-Württemberg sogar um nahezu 30 Prozent. In Nordrhein-Westfalen ist mit fast 55.000 Einbrüchen der höchste Stand seit 1995 erreicht. Der durchschnittliche Schaden bei Einbrüchen betrug in Berlin rund 5.000 Euro.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit Jahren. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Einbrecher immer professioneller werden und oft als reisende Banden agieren. Zum anderen gibt es immer noch viele Menschen, die ihr Wohneigentum nicht ausreichend sichern und sich ausschließlich auf den Staat verlassen.“

Deshalb fordert die DPolG ein Sofortprogramm zum Schutz vor Einbruchskriminalität. Wendt: „Dazu gehört die Fortschreibung des bundesweiten Lagebilds zur Einbruchskriminalität. Um die Reisewege von Einbrecherbanden zu überwachen, müssen mehr integrative Verkehrskontrollen stattfinden. Das heißt solche, die im Rahmen einer Verkehrskontrolle allgemein Straftaten aufdecken.

Es muss mehr Investitionen in Analysesoftware für die Polizei geben, um Schwerpunkte und Zusammenhänge bundesweit agierender Täterbanden schneller zu erkennen. So kann der Verfolgungsdruck durch die Polizei intensiviert werden. Das setzt wiederum voraus, dass der Personalabbau, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern endlich gestoppt wird. Ohne ausreichendes Personal wird die Präventions- und Aufklärungsarbeit der Polizei in diesem Bereich weiterhin massiv leiden. Es ist überdies völlig unverantwortlich, der Bundespolizei die Kriminalität vor die Füße zu werfen, denn die Länder sind nun einmal zuständig. Auch im grenznahen Bereich muss sichergestellt sein, dass ausreichend Polizeikräfte der Landespolizei zur Verfügung stehen.

Nicht zuletzt ist die Bevölkerung gefragt, die sich über Sicherheits- und Schutzmaßnahmen informieren sollte. Der Staat könnte konkret über finanzielle Zuschüsse für Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern Hilfe bei der Sicherung des Eigentums seiner Bürgerinnen und Bürger leisten.“